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Weissrussischer Journalist während Notlandung in Minsk festgenommen

Von   /  24. Mai 2021  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 23. Mai wurde der Journalist des weissrussischen Internetportals NEXTA Roman Protasewitsch, der von Athen nach Vilnius reiste, während einer Zwischenlandung in Minsk festgenommen, schreibt Newsru.com. Zusammen mit ihm wurde auch seine russische Partnerin auf dem Flughafen verhaftet.

Die Maschine der Ryanair entschied sich zur Landung in Minsk, nachdem der Hinweis eingegangen war, dass sich an Bord des Flugzeugs eine Bombe befinde. In Minsk mussten sämtliche Passagiere mit ihrem Gepäck von Bord. Während des erneuten Checks wurde Protasewitsch und seine Freundin verhaftet.

Ebenfalls in Minsk blieben vier weitere russische Passagiere, von denen angenommen wird, dass sie mit der Verhaftung des Journalisten zu tun hatten. Protasewitsch hatte zuvor gemeldet, dass er sich verfolgt fühle und dass ein Unbekannter auf dem Flughafen von Athen versucht habe, seine Dokumente zu fotografieren.

Vertreter mehrerer EU-Staaten protestierten gegen die Festnahme und verlangten weitere Sanktionen gegen Belarus. Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic stellte sämtliche Flüge über weissrussisches Gebiet ein. Protasewitsch, dessen Portal letztes Jahr über die Proteste in Weissrussland berichtet hatte, und der sich als politischer Flüchtling in der EU aufhielt, wird des «Terrorismus» beschuldigt – bei einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.

Die weissrussische Regierung geht nach den Unruhen von 2020 radikal gegen kritische Medien und JournalistInnen vor. Vergangene Woche wurde kurzerhand die populäre Internetzeitung Tut.by durchsucht und geschlossen, sowie sämtliche RedaktorInnen festgenommen.

Ähnliche Fälle erzwungener Zwischenlandungen gab es bereits früher. 2013 wurde das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales zur Landung in Wien gezwungen, weil man fälschlicherweise vermutete, er schmuggle den ehemaligen amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden von Moskau nach Bolivien. Vier EU-Staaten hatten ihm das Überflugrecht verweigert. 2016 wurde ein Flugzeug der Gesellschaft Belavia in die Ukraine zurückbeordert, weil sich ein armenischer Antimaidan-Aktivist an Bord befand. Dieser wurde nach einem Verhör wieder freigelassen.

www.newsru.com

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  • Veröffentlicht: 4 Monaten vor auf 24. Mai 2021
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  • Zuletzt geändert: Mai 24, 2021 @ 6:34 pm
  • Rubrik: Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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