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Harte Urteile für junge Antifaschisten im „Netzwerk“-Prozess

Von   /  25. Juni 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 23. Juni wurden die beiden jungen Russen Viktor Filinkow und Julii Bojarschinow von einem Petersburger Militärgericht zu sieben und fünfeinhalb Jahren Strafkolonie verurteilt. Sie wurden für schuldig befunden, Mitglieder einer Zelle der verbotenen terroristischen Organisation „Netzwerk“ zu sein. Diese wollte laut dem Geheimdienst FSB gemeinsam mit den Ablegern in Pensa, Moskau und Weissrussland Bombenanschläge während der Fussball-WM und während der Präsidentenwahlen organisieren, um einen Umsturz herbeizuführen.

Im Februar waren bereits sieben weitere Angeklagte in Pensa bei Moskau zu hohen Haftstrafen zwischen 6 und 18 Jahren verurteilt worden. Sowohl die Existenz der Organisation, wie ihre Aktivitäten wurden durch sehr dürftige Beweise belegt. Die Geständnisse wurden laut den Angeschuldigten unter Folter durch Prügel und Elektroschocks erpresst. Die wichtigste Verbindung unter den jungen Männern scheint ihr gemeinsames Hobby „Strikeball“, einem Rollenspiel für simulierte Kämpfe, gewesen zu sein.

Trotz der schweren Foltervorwürfe wurde keiner der beschuldigten Beamten zur Rechenschaft gezogen. Ein Grossteil des Prozessmaterials ist geheim. Die Urteile, die teilweise deutlich höher als Mordurteile ausfielen, schockierte die Öffentlichkeit und werden von der Verteidigung angefochten. Nach der Petersburger Gerichtsverhandlung skandierte draussen eine Menge „Ein Antifaschist ist kein Terrorist!“. Mehrere Personen wurden festgenommen.

www.newsru.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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