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Eishockeweltmeisterschaft: Riga-Minsk 2021 in Frage gestellt

Von   /  13. Januar 2021  /  Keine Kommentare

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eva.- Der Besuch des IIHF-Präsidents René Fasel am 11. Januar beim weissrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko im Vorfeld der Eishockey-Weltmeisterschaft sorgte für internationales Aufsehen und zieht eine Diskussion über eine mögliche Absage der WM im autoritär regierten Land nach sich. Fasel liess sich bei dem Treffen zu einer herzlichen Umarmung mit dem Autokraten Lukaschenko hinreissen. Danach liess er verlauten, «es sei blöd gelaufen». Er rechtfertigte die Geste damit, dass er schon seit vielen Jahren mit Lukaschenko befreundet sei.

Das Treffen fand im Vorfeld der Eishockey-WM in Riga und Minsk statt, die vom 21. Mai bis 6. Juni in Lettland und Belarus durchgeführt werden soll. Das Vorhaben wird allerdings von den anhaltenden Protesten nach den umstrittenen weissrussischen Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr überschattet. Nach den offensichtlich manipulierten Wahlen hatte sich Lukaschenko zum legitimen Präsidenten erklärt, wogegen die Bevölkerung seither in Massendemonstrationen protestiert, die von den Sicherheitskräften mit brutal niedergeschlagen werden. Bisher wurden rund Zehntausende willkürlich festgenommen und viele von ihnen schwer misshandelt.

Von verschiedenen Seiten wird nun zum Boykott der WM in Minsk aufgerufen. Unter anderem haben 49 Europaparlamentarier in einem öffentlichen Brief den IIHF zur Absage der Veranstaltung in Weissrussland aufgefordert. Sie argumentieren, dass Lukaschenko die Weltmeisterschaft zur Festigung seiner Diktatur missbrauche. Auch aus Russland gibt es kritische Stimmen, so rief unter anderen auch der Petersburger Jabloko-Abgeordnete Boris-Wischnewski zum Boykott auf. Wer die WM in Minsk unterstütze, verhalte sich wie 1936 während der Olympiade in Berlin als die Weltgemeinschaft die Judenverfolgung in Hitlerdeutschland ignorierte und dem Diktator huldigte.

Nach seinem Lapsus in Minsk argumentierte IIHF-Chef Fasel dagegen, ein Boykott der WM würde nichts an der Situation ändern, hingegen sei die WM eine Chance für den Dialog zwischen Regierung und Opposition in Belarus. Lukaschenko ist jedoch aussenpolitisch isoliert und wird von den meisten europäischen Ländern nicht mehr als legitimes Staatsoberhaupt akzeptiert.

www.fontanka.ru

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  • Veröffentlicht: 1 Woche vor auf 13. Januar 2021
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  • Zuletzt geändert: Januar 13, 2021 @ 6:56 pm
  • Rubrik: Ticker
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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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