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Deutscher Student wegen kritischem Artikel aus Russland ausgewiesen

Von   /  4. Juli 2019  /  Keine Kommentare

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eva.- Der deutsche Student Lukas Latz wurde von der Staatlichen Petersburger Universität exmatrikuliert und aus Russland ausgewiesen, nachdem er einen Artikel über Umwelt-Aktivisten in Tscheljabinsk geschrieben hatte. Darin berichtete er unter anderem über die Aktivitäten der Gruppe „StopGok“, die sich gegen den Bau eines Kupferbergwerks durch den Konzern des Oligarchen Igor Altuschkin wehrt.

Offiziell werfen ihm die russischen Behörden vor, er habe sich journalistisch betätigt, obwohl er nur ein Studentenvisum besass. Doch die drakonische Reaktion der Behörden macht den politischen Hintergrund offensichtlich. Die Polizei suchte Latz im Studentenwohnheim auf und verhörte ihn regelrecht. Unter anderem wurde er gefragt, ob der die Organisation „StopGok“ nicht für extremistisch halte.

Wie Fontanka.ru schreibt, vermutet Latz, dass die Staatliche Universität, wo er an der Philologischen Fakultät studierte, schon davor bei der Polizei Meldung gemacht habe. Das Argument, dass die Interviews Teil seiner Forschungsarbeit seien, liess man nicht gelten. Latz ist wieder an seine Heimatuniversität, die FU Berlin zurückgekehrt und darf Russland in den nächsten fünf Jahren nicht besuchen.

Die Empfindlichkeit der russischen Behörden gegenüber dem ökologischen Engagement von Latz erstaunt nicht. Während der letzten Jahre wächst in verschiedenen Regionen Russlands der Protest gegen Umweltverschmutzung durch Emissionen und Müll. Schlagzeilen machte in den vergangenen Monaten der Ort Schies in der Region Archangelsk, wo sich die Bevölkerung gegen den Bau einer Mülldeponie für Abfall aus Moskau wehrt.

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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