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Zugverbindung Petersburg-Imatra naht im Schneckentempo

Von   /  30. September 2019  /  Keine Kommentare

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eva.- Ende September unternahm eine Komission der russischen Bahn und Grenzbehörden eine Testfahrt mit einem „Lastochka“-Schnellzug von Petersburg nach der finnischen Grenzstadt Imatra, um sich dort mit ihren finnischen KollegInnen zu treffen. Aber obwohl die Bahnverbindung politisch unbestritten ist und die Gleisverbindung bereits bestehen, wird es noch einige Jahre dauern, bis eine reguläre Zugsverbindung aufgenommen wird.

Per Zug nach Finnland zu kommen, ist schon seit jeher möglich – der Nachtzug „Lew Tolstoi“, sowie der Hochgeschwindigkeitszug „Allegro“ verbinden Petersburg und Helsinki täglich mehrmals. Doch bis anhin blieben die grenznahen Regionen, insbesondere die beiden Städte Lappeenranta und Imatra „auf der Strecke“, bzw. daneben.

Pluspunkt: Grenzkontrolle im fahrenden Zug

Die Grenzstation Vainikkala, an denen die internationalen Züge halten, ist für Reisende in die Region Südkarelien nicht wirklich attraktiv und relativ teuer. Reisende in diese Region bevorzugen deshalb die Busverbindungen. Immerhin bieten die Züge gegenüber der motorisierten Konkurrenz einen grossen Vorteil: Sie sind verhältnismässig schnell, weil die Grenzkontrolle im fahrenden Zug vonstatten geht.

Schon seit Jahrzehnten ist vorgesehen, die Bahnstrecke nach Imatra wieder zu beleben. Die Stadt mit ihrem spektakulären Wasserfall war schon zur Zarenzeit ein beliebter Kurort für die Gäste aus St. Petersburg war und erhielt deshalb im 19. Jahrhundert direkte Bahnverbindung mit der damaligen russischen Hauptstadt. Zwar wurde 2002 der Grenzübergang Swetogorsk ausdrücklich für den Auto- und Bahnverkehr geöffnet, doch der Bahnübergang wurde nie in Betrieb genommen, die Strecke nur für den Warentransport genutzt.

Realisierung nicht vor 2023

2019 wurden nun in einer russisch-finnischen Studie die Perspektiven dieser Bahnverbindung evaluiert. Dabei kam man zum Schluss, dass voraussichtlich von rund einer Million Personen pro Jahr benutzt würde – eine durchaus positive Bilanz, die jedoch bei der grossen Anzahl russischer Bewohner in Imatra nicht erstaunt. Mit den modernen „Lastochka“-Zügen („Schwalbe“) aus dem Hause Siemens, die seit 2015 schon nach Vyborg verkehren, wären die 200 Kilometer mit Grenzkontrolle im Zug in zwei Stunden zu schaffen und würde rund 1100 Rubel (rund 15 Euro) für eine Strecke kosten.

Bei aller Euphorie scheint es aber trotz allem noch einige Jahre bis zur Umsetzung dieses Vorhabens zu dauern, denn dafür müsste zuerst die Infrastruktur für rund drei Milliarden Rubel (rund 40 Millionen Euro) auf den neuesten Stand gebracht werden. Unter anderem sind darin die Elektrifizierung der 26 Kilometer langen Strecke Kamenogorsk-Swetogorsk, sowie der Ausbau der Grenzstation enthalten, schreibt Fontanka.ru Die finnische Seite gibt als baldmöglichsten Termin das Jahr 2023 an, und auch die russische Seite hat dafür bisher keinen früheren Zeitpunkt genannt.

Bild: Eröffnung der „Lastochka“-Verbindung St. Petersburg-Vyborg (Foto: Daniil1251/Wikimedia Commons)

www.fontanka.ru

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Neue Studie zur Bahnverbindung via Imatra nach Lappeenranta

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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