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Wyborger Politiker und «Autorität» Alexander Petrow erschossen

Von   /  27. Oktober 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Die karelische Grenzstadt Wyborg wurde durch den Mord an Alexander Petrow erschüttert. Seit Jahrzehnten galt er als inoffizieller «Chef von Wyborg» mit einer kriminellen Karriere, die in den Achtzigerjahren begann.

Der 61-jährige Unternehmer und Stadtabgeordnete wurde am 24. Oktober mit einem Schuss ins Herz getötet als er das Badehaus seines Landsitzes bei Wyborg verliess und sich im Fluss abkühlen wollte. Der Scharfschütze, der vermutlich vom anderen Ufer schoss, konnte erkommen. Das Staatliche Ermittlungskomiteee hat umfangreiche Ermittlungen eingeleitet, es wird jedoch angezweifelt, dass der Mord jemals aufgeklärt wird, der der örtlichen Mafia zugerechnet wird.

Vom Elektriker zum Hotel-Mitinhaber

Petrows Aufstieg zum lokalen Oligarchen ist beispielhaft für die für die unruhige und kriminelle «Perestroika»-Epoche, mit der in den Achtzigerjahren der politische Umbruch und Zerfall der Sowjetunion begann. Petrow begann nach seinem Militärdienst als einfacher Elektriker im Wyborger Intourist-Hotel «Druschba» zu arbeiten und stieg innerhalb weniger Jahre zum dessen Teilhaber auf.

Auch in dieser Region steckten mafiöse Organisationen ihre Claims ab, wobei sich Petrow offenbar durchsetzen konnte, bis er schliesslich zum «Chef Wyborgs» aufstieg, der Besitzer oder Teilhaber von 26 lokalen Unternehmen war und ohne dessen Segen nichts mehr lief. Zwar soll sich Petrow gemessen an anderen «Autoritäten» vergleichsweise unblutig zu seiner Position durchgeboxt haben, doch deutet seine Ermordung auf eine tiefe Verstrickung mit der Verbrecherwelt hin. Petrow war unter anderem Mitinhaber der Vyborger Schiffswerft und des örtlichen Brennstoff-Unternehmens.

Sponsert Formel-1-Karriere seines Sohns

Wie die meisten Oligarchen versuchte auch Petrow mit der Zeit seine Herkunft und sein Prestige sauber zu waschen. So soll er sich einmal bei den Medien beschwert haben, weil ihn diese als «Chef Wyborgs» betitelten, worauf die regionale Presse ihn einfach als «Nicht-Chef Wyborgs» bezeichnete, was ihm auch nicht passte. Er trat auch als Sponsor auf – zum Beispiel für seinen Sohn Vitaly, der als erster Formel-1-Fahrer Russlands gilt und 2013/14 sogar als möglicher Pilot des schweizerischen Sauber-Teams ins Gespräch kam.

In die Untersuchungen hat sich die Moskauer Zentrale des Staatlichen Ermittlungskomitees (SKR) eingeschaltet, die das Attentat als Killermord klassifiziert hat. Bisher sind wurden jedoch keine «heisse Spur» gefunden. «Die Mafia hat lange Geduld» kommentierte die Internetzeitung Fontanka.ru in ihrem Artikel.

Bild: Webseite der Wyborger Administration

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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