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Velogorod: Aus für Fahrradverleih in St. Petersburg

Von   /  8. April 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach sechs Jahren ist das Projekt „Velogorod“ am Ende – Grund dafür ist nicht das Coronavirus, sondern die schleppende Entwicklung der letzten Jahre. Für 2020 hat die Stadtregierung keine Subventionierung des Veloverleihs bewilligt.

Laut dem städtischen Komitee für Verkehrsentwicklung waren die schlechten Nutzungszahlen des vergangenen Jahres der Grund für die Streichung der Gelder. Es werde allerdings weiterhin über die Zukunft des Projekts verhandelt.

Nachdem man in den ersten Jahren nach der Lancierung von 2014 noch ein starkes Wachstum hatte verzeichnen können, entwickelte sich der Fahrradverleih nach der Neukonzeptionierung von 2017 nur noch schleichend.

Anzahl der Stationen seit 2017 verringert

Seit diesem Jahr war die Anzahl von Verleihstationen kontinuierlich von 96 auf 20 verringert worden, wodurch das Netz auf einen Bruchteil des anfänglichen Umfangs schrumpfte und auch auch die Benutzergemeinde abnahm. 2019 wurden die Unterstützungsgelder der Stadt schliesslich nur noch vielen Schwierigkeiten bewilligt.

Nun sucht man nach einer neuen Lösung, doch die Covid-19-Pandemie und die folgende prognostizierte wirtschaftliche Krise dürften dem Projekt den Rest geben. Eine Petition im Internet hatte kürzlich die Gratisbenutzung der Fahrräder für Ärzte und Pflegepersonal sowie als Entlastung für den öffentlichen Verkehr gefordert. Auch aus diese Idee wird nichts.

Ähnliches Schicksal wie jenes der „Wassertaxis“

Der Untergang von „Velogorod“ ist leider auch das Resultat einer noch immer schwachen politischen Unterstützung für die Radfahrer-Community und dem Fehlen eines gesamtheitlichen ÖV-Konzepts für die Stadt. Schon seit Jahren drängen die Radfahrer auf einen Ausbau des städtischen Velowegnetzes, doch ist es bei einem Flickwerk geblieben.

Dem Velogorod-Projekt erging es ähnlich wie den einst stolzen „Wassertaxis“ zwischen Kronstadt und den Newa-Uferstellen, die trotz teilweise guter Auslastung nach einigen Jahren Betrieb stufenweise abgebaut und dann aufgegeben wurden.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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