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Petersburger Wirtschaft gebeutelt durch Virus und Ölpreis

Von   /  31. März 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Der sinkende Ölpreis riss auch den Rubelkurs auf Rekordtiefe. Die Petersburger Regierung hat nun Hilfsmassnahmen für die Wirtschaft angekündigt.Das Corona-Virus wird tiefe Löcher in das staatliche Budget reissen.

Der Ölpreis (Marke Brent) sank in den vergangenen Tagen bis unter 23 Dollar, was für die russische Währung ebenfalls einen fatalen Absturz mit sich brachte. Der Dollar kostet nun mehr als 77 Rubel, der Euro mehr als 85 Rubel – das sind Rekordwerte, die an die Weltwirtschaftskrise von 2008 und die Ukraine-Krise 2014 erinnern.

Hinzu kommen nun die Einbrüche, welche durch den Lockdown wegen des Coronavirus entstehen. Nach ersten zögerlichen Antivirus-Massnahmen, haben nun 25 russische Regionen, darunter Moskau und St. Petersburg strikte Quarantäne Massnahmen erlassen, die sich bei einer längeren Dauer für viele Firmen und Branchen als tödlich erweisen können.

Steuersenkungen, Mieterlass, Moratorium für Steuerinspektionen

Wie der „Kommersant“ schreibt, werden allein die Verluste für das Petersburger Stadt-Budget im Jahr 2020 rund 60 Milliarden Rubel, umgerechnet mehr als 700 Millionen Euro, betragen. Um das Business zu schonen, bzw. die Steuerquellen am Leben zu erhalten, kündigte die Regierung im Smolny eine Reihe von Hilfsmassnahmen an. Man versprach, diese bei einer Verlängerung und Verschärfung der Quarantäne zu erweitern.

Unter anderem sind Steuersenkungen zwischen zwei und drei Prozenten für Unternehmen vorgesehen, kleine und mittlere Unternehmen, sowie Institutionen aus dem Kultur-, Unterhaltungs- und Sportbereich können ausserdem mit dem Erlass von Mieten für Räumlichkeiten und Gelände rechnen, die der Stadt gehören. Zudem wird ein vorläufiges Moratorium für Überprüfungen durch die Steuerbehörde verhängt. Auch das Gastgewerbe wird mit Steuersenkungen, Mieterlass und je nachdem mit einer Stundung oder dem Erlass von Abgaben unterstützt.

Grundversorgung durch mobile Verkaufsstände

Um die Versorgungslage in der Stadt unter den Quarantäne-Bestimmungen zu verbessern, soll die Demontage von nicht zugelassenen Markständen bis auf weiteres ausgesetzt werden. Ausserdem soll die Zulassung mobiler Verkaufstände als Verbesserung der Grundversorgung mit Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Brot in schlecht erschlossenen Stadtbezirken gefördert werden.

Insgesamt beziffert sich die erste Tranche an Wirtschaftshilfe auf bisher 4,5 bis 5 Milliarden Rubel – für das gesamte Jahr wird mit einem Verlust von rund 60 Milliarden gerechnet. Experten halten die Massnahmen für wirksam zur Verhinderung der schlimmsten wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Ausserdem rechnet man damit, dass die Bevölkerung nach dem Ende der Pandemie mit einer hohen Lebens- bzw. Konsumlust der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen wird.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Coronavirus in St. Petersburg – „Gretschka“ ausverkauft – Hilferuf des Gastgewerbes

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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