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Petersburger Filmfestival «ArtDocFest» von Behörden geschlossen

Von   /  5. April 2021  /  Keine Kommentare

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eva.- Kurz nach der Eröffnung schlossen Polizei und Rospotrebnadsor die Vorführräume im Dom Kino, angeblich wegen Verstössung gegen die Antiv-Covid-Vorschriften. Kurz darauf sagte auch das LenDok-Kino sämtliche Filmvorführungen des Festivals ab.

Die Polizei und die Sanitärbehörde «Rospotrebnadsor» betraten den Saal des Dom Kino als gerade der Eröffnungsfilm gezeigt wurde und begannen die Hygienevorschriften zu überprüfen. Danach wurden beide Säle, in dem das Festivalprogramm geplant war geschlossen und versiegelt. Später liess man verlauten, die Abstände zwischen den Sitzen seien «kritisch», wie Newsru.com schreibt. Einen Tag später sagte das LenDok-Kino alle Festivalsveranstaltungen ab und erklärte, man sei vor einem Besuch der Behörden gewarnt worden.

Die Veranstalter protestieren gegen die Schliessung und vermuten politische Motive dahinter. So waren von verschiedener Seite Drohungen eingegangen. Unter anderem hatte die nationalistische Organisation SERB, die Veranstaltungen der Opposition stört, mit ihrem Eingreifen gedroht, weil der Kurzfilm «Das Muttermal» der ukrainischen Autorin Maria Schevtschenko auf dem Programm stand.

Drohungen wegen Film über homosexuellen Sportler

Bekannt wurde auch, dass der homophobe Aktivist Timur Bulatow das Festival wegen Verstoss gegen das Verbot von «Homosexuellen-Propaganda» beschuldigte. Sein Angriff auf das Festival hatte vermutlich dieselbe Stossrichtung wie die Drohungen aus tschetschenischen Regierungskreisen an die Moskauer Festival-Organisatoren. Wie vermutet wird, richten sie sich gegen den Film «Leise Stimme» von Reka Valerik, der die Flucht eines homosexuellen Sportlers aus Tschetschenien nach Belgien schildert und dessen Streichung vom Filmprogramm gefordert wurde.

Die Veranstalter weigerten sich der Anweisung Folge zu leisten und wiesen darauf hin, dass das Programm vom russischen Kulturministerium genehmigt worden sei. Das Petersburger ArtDocFestival war schon letztes Jahr im Kinosaal des Hotels «Angleterre» von der Polizei gestört worden. Das Festival wird nun in Moskau und in Riga fortgesetzt. Auf dem Programm stehen rund hundert Filme, in Petersburg hätten 36 Dokumentarfilme gezeigt werden sollen.

Bild: Webseite ArtDocFest www.artdocfest.com

www.newsru.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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