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Mahnwachen gegen Raser nach tödlichem Unfall auf Zebrastreifen in Petersburg

Von   /  16. Januar 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Über die Neujahrstage ereigneten sich in der Region St. Petersburg mehrere schwere Verkehrunfälle mit Todesopfern. Besonders schockierte der Tod zweier Jugendlicher, die von einem mehrfach bestraften Raser auf dem Zebrastreifen überfahren wurden.

eva.- Die Aufnahme einer Überwachungskamera zeigt den grässlichen Unfall, der innert Sekundenbruchteilen geschah: Ein junges Pärchen überquert am Abend des 6. Januar den Zebrastreifen über den Maurice Thorez-Prospekt im Norden Petersburgs, während ein Sammeltaxi vor dem Streifen anhält. Doch kurz bevor die beiden Fussgänger die andere Seite erreichen, werden sie von einem weissen PKW, der vom Ploshad Mushestva herkommt, erfasst und durch den Aufprall wie Puppen meterweit durch die Luft geschleudert.

Während der 16-jährige Michail sofort getötet ist, stirbt die 15-jährige Anastasia im Krankenhaus. Am Steuer des Kia Rio sitzt ein 37-jähriger berüchtigter Raser – völlig nüchtern, wie sich später herausstellt. Laut Fontanka.ru wurde er allein im Vorjahr 19 Mal für seine rücksichtslose Fahrweise gebüsst – davon 12 Mal wegen überhöhter Geschwindigkeit.

Zwei weitere schwere Anfahrunfälle am selben Tag

Fast zur selben Zeit geschahen im nördlichen Krasnogwardeiski-Bezirk noch zwei weitere schwere Anfahr-Unfälle. Auf dem Zanewski-Prospekt bei einem gekennzeichneten Übergang fährt ein 29-jähriger BMW-Fahrer eine 29-jährige Frau an, die mit schweren Verletzungen ins Spital ins Spital eingeliefert wird. Auf dem Prospekt Nastawnikow wird eine 65-jährige Frau von einem Lada-Fahrer auf einem Zebrastreifen trotz Stopsignal überfahren und verletzte sie schwer. Der Raser beging Fahrerflucht, konnte jedoch identifiziert werden.

Die Sitten auf russischen Strassen sind im allgemeinen mehr als «rauh», Schlägereien oder sogar Schiessereien unter Autofahrern sind an der Tagesordnung – daher gilt Rasen im nüchternen oder auch angetrunkenen Zustand noch immer als Kavaliersdelikt und wird mit einigen hundert Rubel Busse bestraft.

Wer sich an die Verkehrsregeln hält wird oft geschnitten

Wer sich an die vorgeschriebenen 60 Stundenkilometer innerorts hält oder freiwillig an Zebrastreifen hält, wird nicht selten von (licht-)hupenden Verkehrsteilnehmern angetrieben oder gar geschnitten. Bei Lichtsignalen, an denen die Zeitfrist für Fussgänger in der Regel ohnehin knapp berechnet ist, kommt es oft vor, dass Autos auf dem Zebrastreifen stehen oder noch bei Rotlicht losfahren.

Gegen diese tolerierte Raserei auf den Petersburger Strassen gingen in den letzten Tagen Freiwillige mehrerer Organisationen, darunter auch solche von der «Jabloko»-Partei mit Mahnwachen auf die Strasse. Mit «50 Km/h»-Schildern und Informationstafel verlangen sie eine Minderung der Höchstgeschwindigkeit und härtere Strafen für Raser und andere rücksichtslose Fahrer.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Ratgeber Russland: Autofahren in Russland I – Spiel ohne Grenzen

Ratgeber Russland: Autofahren in Russland II – Richtiges Verhalten im Reich der Schlaglöcher und Gesetzeslücken

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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