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Petersburger Kultur und Business trotzen dem Virus im Netz

Von   /  24. März 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Die Kulturschaffenden und die gebeutelte Geschäftswelt reagieren kreativ auf die Krise. Während die einen die isolierten Menschen per Online-Schaltung unterhalten, beraten sich die anderen wie der unabwendbare Schaden sich möglicherweise begrenzen lässt. Wer ausspannen möchte, geht abends oder zu jeder beliebigen Zeit in den virtuellen Ausgang in die „Online-Bar“.

Es sind nur wenige Tage her seit die Petersburger Regierung die Bühnen, Museen und Kinos schliessen liess – ein Schlag nicht nur für die Institutionen selbst, sondern auch für die verwöhnte Bevölkerung von Russlands Kulturhauptstadt. Doch schon hat man sich vielerorts aufgefangen und sich zusammengetan, um das Kulturleben nicht am Virus sterben zu lassen. Viele Organisationen füllen Youtube mit virtuellen Exkursionen und Vorträgen.

Die Internetzeitung Fontanka.ru bietet seit dem vergangenen Wochenende eine Kulturplattform, auf der unter dem Titel „Besantrakta“ („Ohne Konzertpause“) jeden Tag live Musik und Theater von den besten Ensembles der Stadt gezeigt werden. So stehen heute beispielsweise eine Führung durch die Archäologie-Abteilung der Eremitage, eine Aufführung des Stücks „Der Zauberer der Diamantenstadt“ im Jugendtheater TJUS sowie ein Konzert des Taurischen Orchester mit „Klassikern des amerikanischen und sowjetischen Hollywood“ auf dem Programm (www.tv.fontanka.ru).

Schaden begrenzen durch Erfahrungsaustausch

Auch die Petersburger Geschäftswelt rappelt sich auf dieser Webseite unter der Rubrik „Business mit Maske“ zusammen und tauscht Tipps, Ratschläge und Prognosen aus, um Betrieb oder Geschäft irgendwie durch die schwierige Zeit zu bringen.

Wichtige Fragen, die hier beraten werden: Welche Branchen sind am meisten gefährdet und wieso? Gilt der Corona-Virus als „Force majeure“ bei Garantien oder Versicherungen? Wie kann man im Krisenfall die Beziehungen zu Kunden und Zulieferern retten? Soll man vom Staat Kompensationszahlungen für Verluste durch Einschränkungen verlangen? Welche gerichtlichen Präzedenzfälle in der Covid-Krise gibt es bereits?

Auf einen Schluck in der Online-Bar

Auch für den fehlenden Ausgang haben findige PetersburgerInnen eine virtuelle Lösung gefunden. Auf der Seite des Projekts „Stay The Fuck“ Home Bar“ haben sich schon mehrere Online-Bars gegründet.

Um die virtuelle Sauftour lebensechter zu machen, unterscheiden sich Interieur und Angebot, und die Sitzplätze der einzelnen Räume beschränkt, so dass die Barhocker manchmal alle besetzt sind, damit die Trinkrunde nicht zu gross wird. Jeder kann hier auf einen Schluck vorbeikommen, egal, ob er in Osaka oder in Moskau lebt, sich auf der Couch wälzt oder für ein paar Minuten aufs Klo geflüchtet ist (www.staythefuckhome.bar).

Bild: Das Theater auf der Wassili-Insel machte den Anfang im Online-Kulturprogramm. (Eugen von Arb/ SPB-Herold)

www.fontanka.ru

www.online812.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Coronavirus in St. Petersburg: russisch-chinesischer „Masken-Ball“

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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