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Die grossen Couturiers einer ausgehenden Epoche

Von   /  20. Dezember 2019  /  Keine Kommentare

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eva./pd.- Eine Fotoausstellung zeigt die Bilder des russischen Fotografen Wladimir Sytschew aus den goldenen Jahren der französischen Modebranche zusammen mit Schmuck und Kostümen aus der Sammlung „Vintage Dream“.

Die Ausstellung widmet sich einer der glanzvollsten Perioden der französischen Modebranche – den 60-80 Jahren des letzten Jahrhunderts, in denen das Werk von Couturiers wie Karl Lagerfeld, Yves Saint Laurent, Jean-Paul Gaultier, Sonia Rykiel und Kenzo Takada in die Modegeschichte eingegangen ist.

Die Ausstellung zeigt Fotografien von Wladimir Sytschew, der 1980 nach Frankreich einwanderte und Modefotograf für das Vogue-Magazin wurde. Vladimir Sychev fotografierte die großen Couturiers bei der Arbeit und fotografierte hinter den Kulissen von Modenschauen.

Bilder aus Sytschews Archiv

Zu sehen sind ausserdem persönliche Aufnahmen von Yves Saint Laurent und Pierre Berger, Fotografien des berühmten Models Munia, Bilder von Lulu de la Falez – Freundin und kreativer Partner des YSL-Hauses, sowie seltene Aufnahmen des jungen Karl Lagerfeld, Straßenaufnahmen von Jean-Paul Gaultier. Einige Fotos aus dem persönlichen Archiv von Sytschew werden zum ersten Mal gezeigt.

Die Atmosphäre des goldenen Zeitalters der Couturiers wird die Sammlung von Vintage-Kleidern und Schmuck der Vintage Dream-Galerie angereichert mit Schmuck und Kostümen, die noch unter der Federführung von Coco Chanel und später unter der Leitung von Karl Lagerfeld, Christian Dior, der Sammlung von Yves Saint Laurent entstanden sind.

Vom sowjetischen Untergrund in die französischen Modehäuser

Die künstlerische Karriere Sytschews führte vom sowjetischen Untergrund in die französischen Modehäuser. Sychev begann Mitte der 1960er Jahre in Kasan zu fotografieren. 1972 übersiedelte er nach Moskau, wo er mehrere Jahre in der Union der Grafiker arbeitete und das Straßenleben fotografierte, Porträts von Freunden – inoffiziellen Künstlern – anfertigte und ihre Wohnungsausstellungen organisierte.

1980 emigrierte Sytschew nach Frankreich und transportierte seine Fotoarchive durch den Eisernen Vorhang. Seine in der Sowjetunion aufgenommenen Fotos wurden erstmals im Paris Match veröffentlicht, gefolgt von den Magazinen Stern, Oggi und Life, was den Autor zum meistpublizierten Fotografen der Welt in diesem Jahr machte.

Von Helmut Newton geschätzt und gefördert

Seine Fotos wurden von Helmut Newton sehr geschätzt, dank dessen Empfehlung das Vogue-Magazins Sytschew engagierte.  In den frühen 1980er Jahren fotografierte Sytschew Modenschauen und Anzeigen für legendäre französische Modedesigner, die in der französischen und amerikanischen Ausgabe der Vogue veröffentlicht wurden.

Trotz der Möglichkeit, in der Welt des Glanzes zu arbeiten, entschied er sich für die Straßenfotografie und arbeitete bis Ende 2010 mit der Agentur Sipa Press zusammen. In diesen Jahren betätigte er sich als Fotojournalist: den Fall der Berliner Mauer, den Sturz von Ceausescu, drei Tage mit Michail Gorbatschow im Familienkreis nach seiner Abdankung, den ersten und zweiten Putsch in Moskau, Reisen mit Präsidenten (Valerie Giscard D’Estaing, François Mitterrand, Jacques Chirac, Nicolas Sarkozy).

Die Vintage Dream-Kollektion (Moskau), deren Exponate in der Fotoausstellung zu sehen sind, umfasst etwa fünftausend Produkte. Die Aufgabe der Sammlung ist es, geschichtsträchtigen Objekten neues Leben einzuhauchen, das Erbe herausragender Modemeister zu bewahren und zu popularisieren.

Bis 16. Februar 2020. ROSFOTO (Staatliches Zentrum für Photographie), ul. Bolschaja Morskaja 35. Eintritt: 150 Rubel. Tel.: 314-12-14. www.rosfoto.org

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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