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Coronavirus in St. Petersburg – Putin verlängert „Zwangsferien“

Von   /  2. April 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Der Präsident verlängert die „Virus-Ferien“ bis Ende April und stellt Bevölkerung und Wirtschaft vor grosse Probleme. Russinnen und Russen versuchen massenhaft ihre Kredite zu stunden.

In einer Ansprache an die Bevölkerung gab Wladimir die Verlängerung der „arbeitsfreien Zeit“ bekannt, die ab dem 28. März in Kraft ist und nun den ganzen April andauern soll. Er bedankte sich in seiner Ansprache bei Ärzten und Pflegepersonal für ihren lebenswichtigen Einsatz, gab jedoch zu bedenken, dass der Höhepunkt der Pandemie noch nicht überwunden sei. Die Regelung muss jedoch nicht unbedingt bis am 30. April gelten – je nach Situation besitzen die Regionen die Kompetenz sie früher auszusetzen.

Für Arbeitnehmer bedeutet das fünf Wochen zusätzlichen bezahlten Urlaub. Für die Arbeitgeber, die schon so mit gesunkenen Umsätzen kämpfen kommt eine enorem finanzielle Belastung hinzu – in vielen Fällen wird die Zwangssituation das Aus bedeuten.

Massenhafte Stundungsanfragen bei Banken

Dies kritisierte unter anderem der Oppositionelle Alexei Nawalny, der in seiner wöchentlichen Internetsendung darauf hinwies, dass Unternehmen während dieser Zwangspause auch keine höhere Gewalt geltend machen könnten und dadurch rechtlich ungeschützt seien. Ausserdem forderte er Direktzahlen an die Bevölkerung, weil auch dieser die finanziellen Reserven ausgingen.

Wie Fontanka.ru schreibt, versuchen Privatkunden massenweise eine Stundung ihrer Kredite bei den Banken zu erreichen, werden aber in den meisten Fällen zurückgewiesen, weil sie nach Ansicht der Banken über genügend Mittel verfügen. Von Seiten der Banken wurden bisher nur in einem Prozent der Fälle eine Stundung gewährt. Präsident Putin hatte bei der Verkündung der arbeitsfreien Woche am 28. April eine solche Möglichkeit als Unterstützung der Bevölkerung versprochen.

Rekord-Zahl von Strafprotokollen

Am 2. April waren russlandweit 3584 Coronavirus-Fälle gemeldet, davon 147 in St. Petersburg. 771 neue Erkrankte kamen hinzu, 22 in St. Petersburg. 235 Personen wurden geheilt aus russischen Krankenhäusern entlassen, 30 Menschen sind bis anhin an der Lungenkrankheit gestorben, davon zwei in St. Petersburg.

Während Petersburg punkto Quarantäne-Disziplin nach wie vor unter den vorbildlichsten Städten Russlands rangiert, führt es leider auch bei den Bussen wegen Verstössen gegen die Bestimmungen. Bisher wurden 170 Strafprotokolle wegen Nichteinhaltung der Selbstisolation ausgestellt. Diese wurde insgesamt 9714 Personen verordnet – der grösste Teil von ihnen kehrte in den vergangenen Tagen aus dem Ausland zurück.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

www.kommersant.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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