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Coronavirus in St. Petersburg: Anstieg der Ansteckungen nach Neujahrsferien

Von   /  14. Januar 2021  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach den zehntägigen Neujahrsferien haben die Covid-Ansteckungen in Petersburger wieder deutlich zugenommen. Die Regierung hat Impfungen im grossen Stil in ganz Russland angekündigt – bisher ist der Impfstoff jedoch in den Regionen kaum verfügbar, was in den meisten Fällen an der fehlenden Infrastruktur liegt.

Während die täglichen Neuansteckungen während der Neujahrstage klar auf zwischen 22.000 und 23.000 Fälle zurückging, sind sie nach dem Arbeitsbeginn wieder auf über 27.000 geklettert. Dafür gibt es verschiedene Erklärungen: Einerseits hatten die Behörden die Aktivitäten für den Gastro- und Kulturbereich während der Neujahrstage sehr stark eingeschränkt, bzw. verboten um die Ansteckungsgefahr zu drosseln. Andererseits meldeten sich viele Erkrankte erst nach Ablauf der freien Tage bei den Ärzten, und trotz der Einschränkungen gab es während der Festtage Menschenansammlungen.

Zum Beispiel fand im Zentrum auf dem Manegen-Platz und in der Malaja Sadowaja ein Weihnachtsmarkt statt, der laut Fontanka.ru von rund einer halben Million Menschen besucht wurde. Auch in den Aussenquartieren wimmelte es über Neujahr von Menschen, die sich in den Parks mit Ski, Schlitten und «Watruschka» (jedoch meist ohne Masken) ins Schneevergnügen stürzten und dabei keinerlei Abstandsregeln beachteten.

Mehr Covid-Betten stehen zur Verfügung

Die Situation mit den Covid-Krankenbetten hat sich in Petersburg inzwischen deutlich entspannt. Während man im Dezember ans Limit kam, wurden in der Zwischenzeit neue Covidabteilungen eröffnet, so dass neu rund 20 Prozent der Betten zur Verfügung stehen. So eröffnete am 14. Januar das Krankenhaus Nr. 33 im Vorort Kolpino eine Covid-Abteilung mit 110 zusätzlichen Betten, zehn davon sind für eine Reanimation ausgerüstet. Im Februar wird das Krankenhaus des heilligen Luca mit 165 Covid-Betten den Betrieb aufnehmen.

Eine weitere Hoffnung ist die landesweite Covid-Impfung, deren Beginn von Präsident Putin anfang Woche bekannt gegeben wurde. Allerdings ist der russische «Sputnik-V»-Impfstoff in den meisten Regionen ausserhalb Moskaus nur wenig verfügbar und reicht bisher nur für die nötigsten Impfungen im Pflegebereich aus. Das Hauptproblem ist laut Fontanka.ru die fehlende Infrastruktur, denn wie andere Präparate muss auch «Sputnik-V» in speziellen Kühlboxen transportiert und gelagert werden, die vielerorts noch fehlen.

landesweite Impfkampagne angelaufen

Offiziell wurden in Russland bereits über eine Million Personen geimpft. Der Petersburger Stadtabgeordnete Michail Amosow gab am 14. Januar bekannt, dass er kurz nach der ersten Covid-Impfung positiv auf Covid getestet wurde. Er müsse sich, so meinte er, noch kurz vor der Impfung mit dem Virus angesteckt haben. Obwohl die Wirksamkeit des russischen Impfstoffs mit 95 Prozent angegeben wird, ist noch unbekannt, inwiefern er den Organismus auch gegen die neuen Virenstämme schützt. In Russland wie in 20 anderen europäischen Ländern wurden bereits die ersten Ansteckungen mit dem sogenannten «englischen Stamm bekannt.

Aus diesem Grund ist man weiterhin zurückhaltend und genehmigt allen Restaurants und Kultureinrichtungen nur eine beschränkte Aktivität. Für die bevorstehende «Taufe» im Eis, die jährlich von tausenden orthodoxen Gläubigen im eiskalten Wasser vollzogen wird, hat die Petersburger Stadtregierung kein Verbot ausgesprochen, jedoch eine strikte Einhaltung der Abstandsregeln vorgeschrieben.

In Russland wurden am 14. Dezember offiziell 3,4 Millionen Virus-Erkrankte verzeichnet, 2,8 Millionen wurden geheilt, 63940 Personen sind gestorben. In Moskau sind 877000 Menschen erkrankt, 722000 geheilt worden und 12241 Personen gestorben. Petersburg hat bisher 287814 Virus-Infiszierte, 176523 Geheilte und 8649 Todesfälle registriert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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