Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Coronavirus in St. Petersburg – In- und Auslandsverbindungen werden gekappt

Von   /  5. April 2020  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- Der Zugverkehr zwischen Russland und Weissrussland wurde an diesem Wochenende endgültig eingestellt, und auch Inlandflüge werden zunehmend gestrichen. In Petersburg wurde ein erstes Verfahren wegen angeblicher Fake-News über die Corona-Virus-Pandemie eröffnet. Petersburger Ärzte protestierten per Video wegen fehlender Schutz- und Hygiene-Materialien.

Ab dem 5. April wurden auch die letzten beiden Zugverbindungen zwischen Russland und Weissrussland – Moskau-Minsk und St. Petersburg-Brest eingestellt. Die Grenzen zwischen den beiden Ländern wurde offiziell schon am 18. März geschlossen, doch verkehrten diese beiden Züge nach wie vor.

Auch in der Luft zeigt die zunehmende Isolation des Auslands aber auch der einzelnen russischen Regionen ihre Wirkung. Wie Fontanka.ru schreibt, zeigte Flightradar24 am Abend des 4. April einen praktisch leeren Himmel über Petersburg, obwohl zu dieser Zeit normalerweise reger Flugverkehr herrscht. Tatsächlich wurden in Pulkowo vom 4. bis 6. April 223 Flüge gestrichen.

„Pobeda“ bis 31. Mai am Boden

Der russische Low-Coster „Pobeda“ hat bereits den Betrieb bis zum 31. Mai eingestellt, nun drosseln auch die übrigen Gesellschaften ihren Inlandverkehr wegen der mangelnden Nachfrage. Mittlerweile sind vielerorts Gäste aus anderen Städten, insbesondere Moskau oder Petersburg, wegen der Ansteckungsgefahr ziemlich unerwünscht und werden nach der Anreise isoliert.

In St. Petersburg wurde inzwischen das erste Verfahren wegen „Fake-News“ über die Corona-Virus-Pandemie eröffnet. Betroffen ist eine Frau aus dem Vorort Sestrorezk, die angeblich im russischen Sozialnetzwerk Vkontakte.ru und auf der Webseite einer Lokalzeitung die Nachricht über die Entdeckung eines Virus-Infizierten in einer örtlichen Polyklinik verbreitet hat. Die Polizei führte daraufhin eine Hausdurchsuchung durch und beschlagnahmte Computer und Handy der Frau.

Versorgungsmängel bei Hygiene und Schutzmaterialien

Am 3. April veröffentlichten Ärzte des Petersburger Pokrowskaja-Krankenhaus eine Videobotschaft, in der sie darüber berichteten, dass ihr Spital für Lungenkranke bzw. Covid-19-Patienten umgerüstet werde, obwohl keinerlei Hygiene- und Schutzausrüstungen vorhanden sei. Sie wollten sich nicht vor ihrer Arbeit drücken, doch würden sie sich Sorgen über ihre eigene Gesundheit und jene ihrer Angehörigen machen. Ausserdem verfüge das Institut über keine Sauerstoffversorgung oder Sauerstoff-Zylinder für die Behandlung der Kranken.

Der Chefarzt des Krankenhauses bestritt dies, und das städtische Gesundheitskomitee teilte mit, dass diese Klinik nicht für Virus-Kranke, sondern lediglich für Fälle von Lungenentzündungen vorgesehen sei. Zwar gestand man den Mangel an Ausrüstung ein, kündigte jedoch an, dass das Material jetzt bereitgestellt und bald an sämtliche Regionen ausgeliefert werde. Bei den Akteuren im Video habe es sich im übrigen nicht um Ärzte, sondern um Pflegepersonal gehandelt.

In Russland sind bis anhin 5389 Corona-Virus-Kranke festgestellt worden – davon 3893 in Moskau und 191 in St. Petersburg. Bisher starben in Russland 46 Personen an der Lungenkrankheit, drei davon in St. Petersburg.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.kommersant.ru

www.fontanka.ru

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Festnahmen bei Einzelpiketts für festgenommene Journalisten

mehr…