Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Coronavirus in St. Petersburg: Erneuter starker Anstieg von Covid-Fällen

Von   /  28. Oktober 2020  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- In ganz Russland ist die Zahl von Coronavirus-Fällen drastisch angestiegen, so dass in manchen Städten die Krankenbetten knapp werden. Ausser in Moskau, wo 30 Prozent der Angestellten ins Home-Office müssen, hält man sich mit Massnahmen zurück und beschränkt sich auf ein Masken-Obligatorium, Abstandsregeln sowie Arbeitszeitlimiten für das Gastgewerbe.

Nachdem die Spitze von über 17.000 Covid-Neufällen letzte Woche überschritten wurde, ist die Zahl wieder auf etwas über 16.000 Fälle gesunken. Allerdings sterben täglich über 300 Menschen, und die Zahl von Kranken bringt die Spitäler landesweit an ihre Grenzen. In 16 Regionen Russlands sind die Spitalbetten bis zu 90 Prozent ausgelastet, im ganzen Land stehen noch 20 Prozent zur Verfügung. An einigen Orten, wie in den Gebieten Omsk, Kurgan und Rostow am Don, sind die Krankenhäuser und Leichenhäuser überfüllt oder der Sauerstoff für die Beatmungsgeräte ging vorübergehend aus.

In Petersburg wurde auf dem Lenexpo-Messegelände ein neuer Komplex für leichte Covid-Fälle mit rund 300 Betten eingerichtet. Wie Fontanka.ru schreibt, stehen dort wie auch vor anderen Krankenhäusern der Stadt die Ambulanzen Schlange. Die Abfertigung pro Fahrzeug beträgt 20-30 Minuten. Ein weiterer Korpus beim Krankenhaus für Kriegsveteranen mit derselben Bettenzahl soll im Dezember fertiggestellt werden.

Routine und Burnouts beim Pflegepersonal

Das Krankenpersonal leidet unter der erneuten Belastung, und an einigen Orten gibt es Anzeichen von Erschöpfung und Burnouts. Andererseits profitiert man vielerorts von der gewachsenen Erfahrung und hat die Situation dank Routine besser im Griff, schreibt Fontanka.ru. Obwohl Kliniken und Notärzte oft überlastet sind, wird vor Versuchen gewarnt, den Virus zuhause auszukurieren. Vielfach werden solche Fälle zu spät in die Intensivstation eingeliefert und haben viel niedrigere Überlebenschancen. Wie bereits im Frühling sollen wiederum russische MedizinstudentInnen der letzten Semester für den Pflege-Einsatz zugezogen werden.

Petersburg hat trotz der alarmierenden Situation bisher auf krasse Einschränkungsmassnahmen wie in Moskau verzichtet. Ab dem 26. Oktober gilt wieder ein Masken-Obligatorium für den öffentlichen Verkehr, sowie für Orte mit grossen Menschenansammlungen. Ausserdem wurde der Betrieb für das Gastgewerbe und Tanzlokale für die Zeit zwischen 23.00 bis 06.00 untersagt.

Cashback-Aktion für Heimtourismus verlängert

Die Polizei nimmt Stichproben vor und büsst Leute ohne Schutzausrüstung und Betriebe und Lokale bei Sicherheitsverstössen. Im Gegensatz zum Frühling fehlen in der Metro die Masken- und Handschuhautomaten. Dafür werden in gewissen Geschäften und Supermärkten Gratismasken verteilt.

Der russische Staat hat den Regionen weitere 10 Milliarden Rubel zum Kampf gegen den Virus bewilligt. Allerdings sieht der Kreml keine weiteren Unterstützungszahlungen für die russische Wirtschaft vor. Das Cashback-Programm für Urlaubsreisen in Russland, die den Heimtourismus stimmulieren soll, wurde allerdings bis Ende Jahr verlängert.

In Russland wurden am 28. Oktober offiziell 1,5 Millionen Virus-Erkrankte verzeichnet, 1,1 Millionen wurden geheilt, 26935 Personen sind gestorben. In Moskau sind 409000 Menschen erkrankt, 300000 geheilt und 6578 Personen gestorben. Petersburg hat bisher 58963 Virus-Kranke, 37248 Geheilte und 3731 Todesfälle registriert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Coronavirus in St. Petersburg: Hauptstadt zieht an, Regionen zögern

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Ich glaube nicht, daß das ein Russe den Film so gemacht hätte wie wir

mehr…