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Coronavirus in St. Petersburg: Gouverneur beschliesst „Lockdown light“

Von   /  19. November 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Angesichts der Covid-Rekordzahlen von über 23.000 Neuansteckungen pro Tag werden die Isolationsmassnahmen in Petersburg wieder verschärft. Um einer erneuten Schliessung zuvorzukommen haben die Besitzer von Einkaufszentren der Regierung im Smolny einen eigenen Katalog von Schutzmassnahmen vorgelegt. Das städtische Gesundheitsamt hat Versäumnisse in der Corona-Krise eingeräumt.

Ab dem 23. November sind gemäss dem Erlass von Gouverneur Alexander Beglow Sportanlässe mit Zuschauern verboten, und sämtliche Gastro-Betriebe und Eislaufhallen in Einkaufszentren geschlossen. Die übrigen Eishallen werden mit einer Limite von einer Person pro 10 Quadratmeter belegt, in geschlossene Hallen dürfen nicht mehr als 30 Personen gleichzeitig aufs Eis.

Ab dem 1. Dezember wird auch der Betrieb von Konzertsälen, Theatern und Kinos beschränkt – nur 25 Prozent der Plätze dürfen besetzt werden. Eine Ausnahme wird bei Veranstaltungen gemacht, für die bereits ein Grossteil der Tickets verkauft wurden.

Einkaufszentren wollen Schaden eindämmen

Um weiteren Einschränkungen zuvorzukommen, hat die Vereinigung von Einkaufszentrumsbesitzer „Delowaja Rossia“ dem Gouverneur und der staatlichen Kontrollbehörde „Rospotrebnadsor“ der eine Liste von Vorschlägen zur Verbesserung der Hygiene in ihren Zentren vorgelegt. Darin wird unter anderem die Beschränkung der Besucherzahl in den Gebäuden mittels Eingangskontrollen und die Regulierung der Besucherströme auf eigene Kosten aufgeführt. Ausserdem sollen Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren nur noch in Elternbegleitung zugelassen werden.

„Delowaja Rossia“ warnt vor einer erneuten Gesamtschliessung, weil damit die sozialen Spannung in der Gesellschaft und die finanzielle Belastung für die Geschäftswelt weiter ansteigen würden. Laut dem „Kommersant“ sind die Besucherzahlen in den Petersburger Einkaufszentren im November auch so bereits um 40 bis 50 Prozent tiefer als im Vorjahr. Eine Reaktion der staatlichen Stellen auf diesen Massnahmenkatalog liegt noch nicht vor.

Stadtregierung gesteht Versäumnisse ein

In einer öffentlichen Erklärung gestand der Vizegouverneur Ewgeni Elin Fehler im Kampf gegen die Covid-Pandemie ein. Man habe die Situation und die Entwicklung falsch eingeschätzt, sagte er, und für diese Fehler müsse nun das medizinische Personal in den Kliniken bezahlen, bei dem er sich bedankte.

Während der vergangenen zwei Wochen habe sich die Zahl der Neuansteckungen in Petersburg praktisch verdoppelt, gab Elin bekannt. Dennoch stelle das Gesundheitskomitee mittlerweile eine Verlangsamung des Wachstums fest. Bei gleichbleibendem Ansteigen der Covid-Fälle werden die Spitalbetten in der zweiten Dekade Dezember vollständig besetzt sein. Man werde jedoch alles für eine Entschärfung der Lage unternehmen, Geheilte früher entlassen und mehr Personen zuhause behandeln.

In Russland wurden am 19. November offiziell zwei Millionen Virus-Erkrankte verzeichnet, 1,5 Millionen wurden geheilt, 34850 Personen sind gestorben. In Moskau sind 533000 Menschen erkrankt, 38800 geheilt und 8082 Personen gestorben. Petersburg hat bisher 90400 Virus-Kranke, 53200 Geheilte und 4763 Todesfälle registriert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.newsru.com

www.kommersant.ru

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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