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Coronavirus in St. Petersburg – Beatmungsgeräte setzen Spital in Brand

Von   /  14. Mai 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Defekte Beatmungsgeräte setzen eine Petersburger Klinik in Brand. In der Petersburger Metro werden seit dem 12. Mai Masken und Handschuhe verkauft. Massenhafte Anträge auf staatliches Kindergeld liessen Onlinportal abstürzen.

Am 12. Mai brach im Petersburger St. Georgs-Krankenhaus ein Feuer aus, bei dem fünf Covid-19-PatientInnen ums Leben kamen – eine Frau und vier Männer im Alter zwischen 59 und 67 Jahren. Als Brandursache wurde ein Kurzschluss in einem Beatmungsgerät genannt, das aus einer Fabrik des staatlichen Konzerns Rostech in Jekaterinburg stammt.

Wenige Tage davor hatte ein ähnlicher Brand bereits im Spital Nr.50 in Moskau ein Todesopfer gekostet. Die staatliche Kontrollbehörde Rospotrebnadsor zog daraufhin sämtliche Geräte vom Modell „Aventa-M“ aus dem Verkehr, was jedoch vielerorts zu Engpässen führen kann. Auch die USA, wohin Geräte dieses Typs geliefert worden sind, verzichtet nun auf deren Einsatz. Die Herstellung dieser Geräte hatte erst vor wenigen Monaten begonnen.

Masken und Handschuhe aus dem Automaten

Seit dem 12. Mai werden in den Petersburger Metrostationen Schutzmasken und Handschuhe verkauft, deren Gebrauch in der Öffentlichkeit bis Ende Monat Vorschrift ist. Die Automaten werden von den Firmen Vendex und Uvenco betrieben, sie wurden jedoch ohne Wettbewerb von der Stadtregierung beauftragt.

Die Masken und Handschuhe kosten je 40 Rubel, mehrfach verwendbare Masken werden für je 150 Rubel angeboten, was offiziell dem Selbstkostenpreis entspricht. Auch die Kioske von „Pervaja Polosa“ bieten Schutzmittel an. Der Petersburger Gouverneur hat mittlerweile den Mangel an Schutzmitteln und medizinischer Ausrüstung eingestanden. In vielen Spitälern war es zu Ansteckungen im medizinischen Personal gekommen, weil Masken und Schutzanzüge fehlten.

Online-Warteschlange für Kindergeld

Die vielen Anträge für den Erhalt des Kindergelds, das Präsident Putin während seiner letzten Fernsehansprache versprochen hatte, brachten die Webseite für staatliche Dienstleistungen zeitweise zum Absturz. Mittlerweile arbeitet sie wieder normal, wenn auch schleppend. Für jedes Kind zwischen 3 und 16 Jahren erhalten die Eltern 10.000 Rubel.

SchülerInnen der 11. Klasse werden dieses Jahr das staatliche Einheitsexamen EGE nur in jenen zwei Fächern absolvieren, die sie an der Universität studieren möchten. Sämtliche anderen Prüfung werden auf später verschoben. Wegen des Coronavirus werden die Examen per Online-Verbindung absolviert.

In Russland wurden am 13. Mai 2020 offiziell 242000 Virus-Erkrankte verzeichnet, 48003 wurden geheilt, 2212 Personen sind gestorben. In Moskau sind 126000 Menschen erkrankt, 21506 geheilt und 1232 Personen gestorben. Petersburg hat bisher 8485 Virus-Kranke, 1848 Geheilte und 63 Todesfälle registriert.

Bild: PR

www.fontanka.ru

www.kommersant.ru

www.online812.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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