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Coronavirus in St. Petersburg: Ansteckungszahlen gehen nicht zurück

Von   /  10. Juli 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Die Ansteckungszahlen in Russland und St. Petersburg gehen seit Juli-Beginn kaum zurück, und trotzdem wird weiter gelockert. International bleibt Russland dadurch isoliert, die Grenzen zu den Nachbarländern Finnland und Estland sind geschlossen.


Die Tendenz bei den Covid-Ansteckungszahlen in St. Petersburg ist bereits seit mehreren Tagen gleichbleibend und entspricht damit in etwa der gesamtrussischen Entwicklung. Die Zahl der täglichen Neuansteckungen in Petersburg steht bei rund 300 Personen. Das ist rund halb soviel wie in Moskau, wo bereits die Aufhebung praktisch sämtlicher Einschränkungen angekündigt worden sind.

Während die staatliche Hygiene-Kontrolle Rospotrebnadsor die Missachtung der Vorschriften, wie die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften, durch die Bevölkerung als Grund anführt, sehen Kritiker die grossen Siegesparaden und die Abstimmung über die Verfassungsreform als Hauptgrund. Tatsächlich hat die Disziplin bezüglich Maskenpflicht in den letzten Tagen merklich abgenommen.

WHO kündigt zweite Covid-Welle in Russland an

Der ausbleibende Rückgang bei den Ansteckungen seit Ende Juni beunruhigt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dort ist man überzeugt, dass eine zweite Covid-Ansteckungswelle mit erneuten Einschränkungen auch in Russland nicht ausbleiben wird. Auch in anderen europäischen Staaten, wie zum Beispiel Spanien, wurde nach einer anfänglichen Lockerung in einzelnen Gebieten wieder Einschränkungsmassnahmen verhängt, weil die Zahl von Covid-19-Kranken erneut anstieg.

Trotz allem macht sich auch Petersburg auf weitere Lockerungen gefasst, so sollen am 15. Juli die Museen wieder geöffnet werden. Am 19. Juli soll auch die Isaakskathedrale wieder für Besucher geöffnet werden, die Aussicht von der Kolonnade kann schon drei Tage vorher wieder genossen werden.

Flottentag in Sicht

Die Liste an Verboten und Genehmigungen für Institutionen und Geschäfte ist voller Ausnahmen und Widersprüche. Ein Grossteil der Läden sind wieder geöffnet und arbeiten normal, trotz komplizierter Vorschriften bezüglich Abstand und Personen pro Quadratmeter usw. Kinos und Theater sind weiterhin geschlossen – und Restaurants und Klubs auch. Letzteren ist nur der Betrieb im Freien oder Lieferservice erlaubt.

Am 26. Juli wird traditionsgemäss der Tag der russischen Kriegsflotte abgehalten. An den Paraden in Petersburg und Kronstadt werden dieses Jahr 46 Kriegsschiffe und Unterseeboote, 42 Flugzeuge und Helikopter und mehr als 4000 Wehrpflichtige teilnehmen. Ein Teil der Schiffe hat bereits den Damm in der Finnischen Bucht passiert und ist bei Kronstadt vor Anker gegangen.

Finnland und Estland bis auf weiteres für RussInnen geschlossen

Für den internationalen Tourismus haben die gleichbleibenden Ansteckungszahlen in Russland gravierende Folgen – die Grenzen bleiben bis auf weiteres zu. Finnland hat seine Grenze zu Russland für Reisende für einen weiteren Monat bis am 11. August gesperrt. Dasselbe gilt für den anderen Nachbarn Estland, allerdings wird dort die Situation wöchentlich neu beurteilt. Beide Länder haben mittlerweile fast keine neuen Covid-Erkrankungen mehr und erheben daher strenge Auflagen für Einreisende.

Ab dem 15. Juli wird die russische Regierungen Verhandlungen über eine Neuaufnahme von Flugverbindungen und eine schrittweise Grenzöffnung aufnehmen. Die Kriterien von russischer Seite erfüllen laut dem «Kommersant» die folgenden Länder: China, Mongolei, Vietnam, Sri Lanka, England, Deutschland, Italien, Finnland, Norwegen, Dänemark, Holland, Ungarn und Polen. Da die russische Regierung nicht bereit ist, die Grenzen einseitig zu öffnen, fragt sich jedoch, ob es bis im August konkrete Reisemöglichkeiten geben wird.

In Russland wurden am 11. Juli 2020 offiziell 713000 Virus-Erkrankte verzeichnet, 489000 wurden geheilt, 11017 Personen sind gestorben. In Moskau sind 228000 Menschen erkrankt, 163000 geheilt und 4087 Personen gestorben. Petersburg hat bisher 26981 Virus-Kranke, 20890 Geheilte und 1541 Todesfälle registriert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

www.kommersant.ru

www.online812.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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