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Coronavirus in St. Petersburg – Ansteckungszahlen erneut steigend – Impfstoff einsatzbereit

Von   /  8. September 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Die täglichen Covid-Ansteckungszahlen sind nach einem Absinken unter die 5000er Grenze wieder leicht darüber gestiegen. Am 8. September wurden 5099 neue Angesteckte gemeldet, führend ist dabei nach wie vor die Hauptstadt Moskau mit 695 neuen Fällen und danach Petersburg mit 210 Fällen. Kurz nach dem Beginn der Schulzeit soll in Russland mit Impfungen von LehrerInnen, ÄrztInnen und dem Pflegepersonal begonnen werden.

Damit ist eine ähnliche Tendenz wie in Westeuropa zu erkennen, wo an gewissen Orten die Ansteckungszahlen wieder angestiegen sind und man von einer «zweiten Welle» spricht. Ebenfalls wie dort wird auch in Russland von einer möglichen neuen Verschärfung der Isolations-Bestimmungen gesprochen. Praktisch gesehen, sind aber bis jetzt keine neuen Massnahmen erlassen worden. Die Masken-Disziplin in der Bevölkerung bleibt gemischt, allerdings wird an gewissen Orten wie zum Beispiel in der Petersburger Metro am Eingang wieder auf das Obligatorium hingewiesen.

Todeszahlen deutlich höher als im Vorjahr

Rätsel gibt die offizielle russische Todesstatistik für den Monat Juli auf, die zwar deutlich weniger Covid-Opfer als in den Vormonaten anzeigt, doch weiterhin deutlich höher liegt als im selben Monat des Vorjahrs. Laut der staatlichen Anstalt Rosstat sind landesweit mit 7113 Personen im Juli 2020 klar weniger Menschen gestorben als im Juni (8435) und Mai (9218). Damit wird ein Durchschreiten der Spitze bestätigt. Auch wenn die Zahlen später noch korrigiert werden, sollte sich der allgemeine Trend dadurch nicht ändern.

Gleichzeitig liegt die Zahl der Toten in Russland für den Juli 2020 mit 181500 um 29900 Personen oder 19,6 Prozent höher als im Juli 2019. Als Todesursache wird jedoch nur rund bei einem Viertel davon eine Covid-Infektion angegeben. Damit liegt die Annahme nahe, dass die russische Covid-Statistik nicht überall korrekt geführt wird. Teilweise bestätigt wurde dies durch eine Aussage der Leiterin der staatlichen Gesundheitsbehörde Rosstravnadsor Alla Somilova, die während eines Seminars in Sotschi eingestand, dass in gewissen Spitälern die Todesursache von Covid-Opfern als Herz- und Kreislaufversagen oder Lungenerkrankung codiert wurde.

Erste Partien des Covid-Impfstoffs ausgeliefert

Am 8. September wurde bekannt, dass die erste Partie des russischen Covid-Impfstoffs «Sputnik V» ausgeliefert wurde. In den kommenden Wochen sollen alle russischen Regionen das Präparat erhalten. Die Impfung soll freiwillig erfolgen, zuerst sollen Angehörige der ersten Risikogruppen im Erziehungs- und Gesundheitsbereich geimpft werden. Wie das russische Gesundheitsministerium verlauten liess, hat der Impfstoff sämtliche nötigen Tests durchlaufen und ist zur Anwendung bereit.

Letzteres wird von Kritikern angezweifelt, die die Impfkampagne als Propaganda des Kremls sehen und Bedenken bezüglich der Ausgereiftheit des Präparats haben. Um dem entgegenzutreten, liess sich in den letzten Wochen eine Reihe prominenter Personen impfen, darunter Präsident Putin und der Moskauer Gouverneur Sergei Sobjanin. Dieser erklärte, er habe nach der Impfung lediglich etwas Kopfschmerzen und ein leichtes Unwohlsein wie bei jeder anderen Impfung verspürt.

Trotz allem ergab eine Umfrage, dass 53,8 Prozent der RussInnen dem Impfstoff skeptisch gegenüber stehen. 38,2 Prozent der befragten sind bereit, sich freiwillig zu impfen. Die Skeptiker begründen ihre Haltung damit, dass sie den Impfstoff nicht für ausgereift halten. Sie wollen die Ergebnisse der Impfung von Staatsangestellten und Militärs abwarten.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.newsru.com

www.kommersant.ru

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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