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Coronavirus in Petersburg – weiterhin schlechte Isolationsdisziplin

Von   /  13. April 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Wegen der starken Zunahme von Erkrankungen und Todesfälle in Russland, werden weitere Einschränkungen beschlossen und zur Einhaltung der Selbstisolation aufgerufen. Je länger die Quarantäne dauert, desto mehr steigt der wirtschaftliche Druck – viele haben kein Einkommen mehr.

Der „Bevölkerungsgrad“ in St. Petersburg erreichte am 13. April wieder gefährliche 2,5 Punkte – das bedeutet „viele Mensch auf der Strasse“. Die schlechte Disziplin bei der Selbstisolation ist um so mehr gefährlich, als dass 40 Prozent der Covid-19-Erkrankungen ohne Symptome verlaufen, das Virus aber trotzdem weitergegeben wird.

Weitere Massnahmen zur Eindämmung des Virus wurden getroffen: Heute wurde das Gebiet um die Admiralität im Stadtzentrum von Soldaten in A-C-Schutzkleidung desinfiziert. An den kommenden Osterfeiertagen werden die Kirchen geschlossen. Zutritt haben nur Geistliche, Chöre sowie Kameraleute für die Übertragung, das liess der Petersburger Bischof Warsonofi verlauten.

Betreuung für Kinder Covid-Kranker eingerichtet

Für Kinder deren Eltern sich wegen einer Virus-Ansteckung nicht um sie kümmern können, richtet die Stadt ein spezielles Heim mit Betreuung ein. Mit weiteren Sonderflügen wurden Russinnen und Russen aus Spanien, Montenegro, den USA und Italien nach Moskau und Petersburg zurückgebracht

In Petersburg wird ausserdem das Carsharing verboten, wie zuvor schon in Moskau. Hunderte Autos mussten innerhalb von 48 Stunden aus der Hauptstadt zurückgeholt werden und wurden an verschiedenen Orten in Petersburg parkiert.

Die Taxi- und Carsharing-Unternehmen setzen ihre Wagen jedoch für soziale Projekte ein. So hilft Yandex-Taxi beim kostenlosen Transport von medizinischem Personal. Wagen werden Ärzten, Feldschern und Sozialarbeitern für Krankenbesuche zur Verfügung gestellt und regelmässig desinfiziert.

Run auf Arbeitsplätze bei Zustellungsdiensten

Trotz der noch wachsenden Ansteckungsgefahr plant Hyundai, die Produktion in Petersburg wieder mit einer Schicht hochfahren – allerdings mit sämtlichen nötigen Sicherheitsmassnahmen. Der wirtschaftliche Druck steigt, denn mittlerweile haben laut Umfragen der Bank „Otkrytie“ 16 Prozent aller PetersburgerInnen kein Einkommen mehr, und 37 Prozent der Befragten beklagen über Einkommenseinbussen wegen der Corona-Krise.

Der Run auf die neugeschaffenen Stellen als Kurier bei Zustellungsfirmen ist gross – 10-15 Personen bewerben sich pro Arbeitsplatz, meldet Fontanka.ru. Gewisse Branchen stehen wegen der Pandemie vor dem Ruin, so vernichteten am 13. April Blumenhändler öffentlich Millionen von Blumen, die niemand kaufen will.

In Russland wurden am 13. April 18328 Virus-Erkrankte verzeichnet, 1470 wurden geheilt, 149 Personen sind gestorben. In Moskau sind 11513 Menschen erkrankt, 837 geheilt und 82 Personen gestorben. Petersburg hat bisher 678 Virus-Kranke und vier Todesfälle registriert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

www.kommersant.ru

www.online812.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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