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Bildermärchen: Swetlana Tarasovas Fotoausstellung in der Galerie «Zerno»

Von   /  9. Oktober 2020  /  Keine Kommentare

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pd./eva.- Die Fotogalerie «Zerno» auf der Wassili-Insel zeigt eine Ausstellung mit Bildern der bekannten russischen Fotografin Svetlana Tarasova. „Svetlanas Märchen» offenbaren eine poetisch-verträumte Bilderwelt, die tief ins Innere der Bilderseele führt (Fotogalerie).

„Es war einmal überall Zauberei. Alte Pappeln flüsterten, trockene Blätter klangen im Wind, eine weinende Birke erreichte den Boden mit ihren Zöpfen, die Milchstraße begann direkt über dem Dach des Hauses. Der Mond schien so hell, dass man eine Mond-Symphonie über die ganze Welt hören konnte. Weit weg auf der Wiese webte Svetlana einen Kranz, kreiste und stellte sich vor, sie sei eine Prinzessin. Als sie zu ihrer Großmutter zurückkehrte, hörte sie fasziniert ihre Geschichten über vergangene Zeiten: über eine Hexenkatze, eine Stimme aus dem Fluss, eiserne Vögel und ein stählernes Spinnennetz. Mit der Zeit wuchs Svetlana auf, aber in der Welt der ernsten Menschen fühlte sie sich unwohl, weil die Magie in der Kindheit blieb…»

Mit diesen Worten beschreibt Svetlana Tarasova den Hintergrund ihrer farbigen Bildergeschichten, in die man beim Betrachten der Ausstellung sofort eintaucht. Die Bilderrahmen sind wie Fenster von Guckkasten, und in jedem scheint eine Traumgeschichte abzulaufen. Die Bilder sind in Bewegung, Figuren und Motive sind durch Bewegungsunschärfe verwischt, ihre Form und Identität angedeutet. Figuren und Tiere huschen, fliessen und fliegen durch surreal-reale Welten. In jedem Bild steckt ein Film, in jedem Film ein Traum – manchmal ist er wunderschön, manchmal schrecklich.

Die Autorin lässt ihrer kindlichen Fantasie freien Lauf, zeichnet ihre Traumbilder jedoch mit fototechnischer Raffinesse auf. Im Spiel von Schärfe-Unschärfe, Licht und Dunkel werden geschickt die Akzente und die AkteurInnen der Fototräume bezeichnet. Obschon das Farbenspektrum voll ausgeschöpft und bisweilen ins schrille Extrem getrieben wird, reihen sich die Fotografien mit erstaunlicher Harmonie und Stringenz aneinander.

Svetlana Tarasova wurde in Kaluga geboren und gehört zu den bekannten Zeitgenössischen russischen Fotografinnen. Sie ist Mitglied der Fotografen-Union Russlands, Stipendiatin staatlicher Programme und wurde mehrfach an nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im National Geographic Russland, Republic, Takie Dela, russischer Reporter, usw veröffentlicht.

Bis 27. Oktober. Galerie Zerno, 2. Linie Wassili-Insel 17.
Kontakt: [email protected] +7 9112976627
www.zernogallery.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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