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Wirtschaftsbeziehungen Österreich-Russland: Via Sotschi zu neuen Export-Rekorden

Von   /  19. Juli 2013  /  Keine Kommentare

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rian.- Neue Rekorde und ein Paradigmenwechsel zeichnen sich in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Wien und Moskau ab – der österreichische Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner verweist auf ein „Riesenpotential“ der bilateralen Kooperation. Er sprach darüber mit dem russischen Vizepremier Dmitrij Kosak.

Von einem Wirtschaftswachstum wie in Russland (die Prognose wurde kürzlich vom IWF auf für Moskau bescheidene 2,4 Prozent abgesenkt) kann Österreich mit einer Wachstumsrate von 0,4 Prozent nur träumen, sagte der Minister bei einem Pressegespräch vor dem Arbeitstreffen. Vor dem Hintergrund der Wachstumsschwäche in der EU im „fünften Jahr der Krise“, so Mitterlehner, ist neben Asien und dem mittleren Osten insbesondere Russland ein großes Zielgebiet – mit einem „Riesenpotential“, wenn es gilt, das Risiko von Europa „wegzudiversifizieren“.

„Im Vorjahr sind die Exporte unserer Unternehmen trotz eines schwierigen internationalen Umfelds auf das Rekordniveau von 3,2 Milliarden Euro geklettert. Damit ist Russland erstmals unter den zehn wichtigsten Exportmärkten Österreichs“, heißt es in einer Presseaussendung des österreichischen Wirtschaftsministeriums. Insgesamt gibt es derzeit knapp 550 österreichische Firmenniederlassungen in Russland mit laut Oesterreichischer Nationalbank Gesamtinvestitionen von 8,5 Milliarden Euro Ende 2012.

Seit dem Start der bilateralen Modernisierungspartnerschaft vor zwei Jahren mit den Schwerpunkten Infrastruktur, Energieeffizienz, Umweltschutz, Luftfahrt, Tourismus, Automobilindustrie und Bautechnologie wurden dem Ministerium zufolge bisher Unternehmens-Projekte mit einem Umfang von 144 Millionen Euro realisiert. Die Umsetzung von weiteren Vorhaben mit einem Volumen von 360 Millionen Euro ist bereits angelaufen.

Ein weiterer mächtiger Impuls sind die Olympischen Winterspiele 2014. Nach Angaben des österreichischen Außenwirtschaftscenters Moskau haben die 50 österreichischen Firmen, die in Sotschi aktiv sind,  Aufträge im Gesamtwert von 1,4 Milliarden Euro an Land gezogen. Unter den größten Auftragsnehmern rangieren die in der Flughafen-Modernisierung, beim Olympischen Dorf sowie im Straßenbau tätige Strabag, das Vorarlberger Unternehmen Doppelmayr, das Seilbahnen und Liftanlagen baut, und die Firma Skidata, die die Zutrittssysteme für Skilifte installiert.

Die Erwartungshaltung, mit Referenzen aus den Sotschi-Projekten den Zuschlag für Nachfolgeaufträge, etwa für die russische Fußball-WM 2018 zu bekommen, ist dabei relativ groß,  so der Wirtschaftsminister. Was die Rohstoffimporte betrifft, sind ihm zufolge hingegen „sinkende Impulse“ zu verzeichnen: „Wir wollen den bisher stark rohstoffdominierten Handel auf ein neues Level heben und stärker auf Innovationen und moderne Technologien ausweiten. Davon profitieren beide Partner.“

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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