Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Nachbarn  >  Aktuelle Artikel

Trotz Inflationsrisiko: Lettland und Litauen wollen den Euro einführen

Von   /  27. Februar 2013  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

rian.- Die baltische Republik Lettland wird nach Angaben der internationalen Ratingagentur Fitch voraussichtlich zum Januar 2014 der Eurozone beitreten. Das benachbarte Litauen werde den Euro ein Jahr später einführen, teilte die Agentur Fitch am Mittwoch mit.

„Wir gehen davon aus, dass der Beitritt zur Währungsunion… ein positiver Faktor für die Entwicklung dieser kleinen, offenen und flexiblen Wirtschaften sein wird, die ohnehin schon eng mit dem Euro verbunden sind“, hieß es in der Mitteilung.

Experten der Agentur wiesen auf eine schnelle Erholung Lettlands, Litauens und Estlands von den Folgen der Krise 2008/2009 hin. 2011 und 2012 hätten die drei baltischen Republiken das schnellste Wachstumstempo innerhalb der Europäischen Union verzeichnet.

Litauen strebt den Beitritt zur Eurozone ab 1. Januar 2015 an, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“. Die litauische Regierung hat ein Expertengremium und Arbeitsgruppen eingerichtet, die den Übergang in die europäische Währungsunion vorbereiten sollen.

Damit ist Litauen das letzte baltische Land, das auf seine Nationalwährung verzichtet. Estland ist bereits Mitglied der Eurozone. Lettland kündigte vor einigen Tagen an, 2014 der Eurozone beizutreten. Allerdings geht Litauen mit dem Euro-Beitritt ein großes Risiko ein.

Um den Euro einführen zu dürfen, muss Litauen seine Wirtschaftszahlen mit den Maastricht-Kriterien in Übereinstimmung bringen. Am schwierigsten sind wohl die Anforderungen bezüglich Staatsschulden und Inflationsrate zu erfüllen.

So dürfen die Staatsschulden nicht über 60 Prozent des BIP und die Inflationsrate nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über den Durchschnittszahlen in Frankreich, Deutschland und Italien liegen.

Während Litauens Staatsschulden 36,5 Prozent des BIP ausmachen, lag die Inflationsrate im vergangenen Jahr bei 2,8 Prozent. In Frankreich, Deutschland und Italien liegt sie bei nur 1,87 Prozent. Die litauischen Behörden sicherten zu, die Inflationsrate unter das nötige Maß zu drücken.

Das baltische Land wird wohl vom Euro-Beitritt profitieren. „Der größte Vorteil für Litauen besteht darin, dass es keine Probleme mehr bei Devisentransaktionen haben wird“, so der Wirtschaftsexperte Salawat Gabdrachmanow. Die litauische Wirtschaft ist ohnehin eng mit der EU-Wirtschaft verflochten. Die wegfallenden Zusatzkosten bei den Transaktionen würden eine erfolgreiche Entwicklung fördern, so der Experte.

Eligijus Masiulis, Chef der liberalen LRLS-Partei, gibt jedoch zu bedenken, dass der Euro-Beitritt für Litauen erst dann zum Vorteil wird, wenn die EU ihre Probleme mit den Schuldenländern Spanien, Griechenland und Italien in den Griff bekommt. Mit der Euro-Einführung verliere das Land seine Unabhängigkeit in der Geldpolitik.

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Spionage-Skandal zwischen Österreich und Russland

mehr…