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BLOG: Selbstversuch “Aufenthalt in Russland” Teil 2 – Formulare

Von   /  28. Mai 2008  /  2 Kommentare

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DER LANGE WEG ZUR AUFENTHALTBEWILLIGUNG

mm.- In einem Russischen Amt, speziell im OVIR, gibt es diverse Amtstuben mit verschiedenen Aufgabenbereichen, die natürlich in reinstem Beamtenrussisch – also auch mit Wörterbuch nicht übersetzbar angeschrieben sind. Alle Stuben haben wahnwizig kurze Öffnungszeiten und dann die entsprechend lange Schlange davor. Jede Warteschlange von Format hat einen eigenen Zettel auf den sie sich vorsichtshalber sogleich eintragen, weil vom Standort der Leute vor der Tür die Reihenfolge nicht ablesbar ist. Dieser Zettel ist nicht amtlich und wird von irgendjemanden, meist dem letzten in der Schlange „geführt“. Wer nicht draufsteht ist nicht in der Schlange.

Es gibt auch noch ein „Auskunftsfenster“ an dem Fragen gestellt werden dürfen. Dort sollte mann sich im Zweifelsfall erkundigen, vor welcher Tür man plant die nächsten Stunden zu verbringen. Vertrauen Sie den Auskünften aber nur bedingt. Es ist mir bereits mehr als einmal passiert, das ich nach einer üblichen Wartezeit endlich in der Amstube eingetreten bin und sofort an das Ender der Warteschlange einer benachbarten Tür verwiesen wurde.

Da die Ämter in einer Woche meist nur 2-3 mal für 1-2 Stunden Anträge entgegennehmen, ist dieser Tag dann für das Vorhaben bereits abgelaufen. Am besten fragen Sie auch die Leute in Ihrer Schlange, ob man hier die richtige Leidenstrecke abwartet.

Beachten sie bitte auch dass auf dem „Auszug aus dem Zentralregister“ des Bundesjustizministeriums, allgemein als „Polizeilichen Führungszeigniss“ bekannt, die Überbeglaubigung und Apostille benötigt werden. Die mehrfache Auskunft einer FENSTER BEAMTIN (die vermutlich für GUS Bürger zutrifft) war, das dieses Dokument nicht aposilliert werden muss. Da die Übersetzungbüros aber besser Bescheid wissen übersetzen die ohne Apostille erst gar nicht. Der schriftliche Nachantrag hat mich dann 3 Wochen Zeit gekostet. Da die Auszüge aus dem Zentralregister nur 3 Monate gültig sind, kann am Ende des Prozess, wenn der Antrag endlich geprüft wird, die Ablehnung und der Wiederholung der AKtion stehen. Also besser gleich die Apostille bestellen.

Dieses Dokument ist für Schritt 1 des Antrags und auch für die nach einem Jahr entgültige Erteilung der Aufenthaltserlaubnis wichtig. Es belegt das man keine Vorstrafen hat und muss persönlich beantragt werden. EU Bürger muessen das Dokument gem. dem Haager Abkommen von 1960 „Überbeglaubigt und Apostoliert“ abliefern. Zuständig für Deutsche Staatsbürger ist das Bundesjustizministerium in Bonn – hier die Startseite FAQ Sammlung BJM.

Nach der Ausstellung und Überbeglaubigung geht das Dokument vom BJM an das Bundesverwaltungsamt in Köln zur Überbeglaubigung und die Kölner schicken es mit einer Rechnung (Anteilig 13 Euro der Gesamtkosten von 39 Euro) zurück an Ihre Adresse – auch nach Russland.

Der eigentliche Antrag auf zeitlich begrenzte Aufenthaltserlaubnis wird Ihnen auf dem OVIR (siehe Teil 1) persönlich ausgegeben. Die folgende Formulare sind daher zwar nützlich, es kann jedoch passieren, das Sie statt den Antrag abzugeben erstmal den „lokal“ gültigen Antragssatz gleiche Inhalts aber anderer Form erhalten. (Ich kann und will dafür keine Garantie übernehmen).

Die untestehnden Dokumente zeigen zumindestens die Art und den Umfang Ihrer Vorzubereitenden Dokument im Detail auf.

Zum Verstehen und Übersetzen bzw. Ausfüllen fragen Sie lieber einen russischen Bekannten, der Ihnen mit Geduld und Erklärungen Helfen kann.

Erläuterungen Rechtsmittel

Anforderungskatalog incl. Streichungen – gültig für EU Bürger & Schweizer Staatsangehörige

Der Antrag Zeitlich Begrenzten Aufenthalt (2x ausfüllen)


Übersicht Teil 2

Ziel: Aufenthaltserlaubniss in der Russischen Föderation
Zwischenziel: Erteilung der zeitlichen Begrenzen Aufenthaltserlaubniss die eine zwingende Zwischenstufe ist.

Einschränkung: Die Artikel beziehen sich auf meinen persönlichen Fall – Die Protokollierung des Amtsvorgans stellt keine Juristische Auskunft dar, sondern dokumentieren lediglich meinen Fall.

Rahmenbedingungen: Bei mir ist der „Grund“ für den Aufenthalt meine Russische Ehefrau. Sind sie nicht verheiratet, gelten u.Um. auch andere Gründe – Arbeit, Kinder mit der Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, Wohnungen oder Firmenbeteiligungen, sind ebenfalls gute Gründe, wenn auch nicht immer ausreichend.

In Teil 3 werde ich über die Abgabe des Antrags berichten und ggf. über die diversen Ehrenrunden, die Beschaffung fehlender Dokumente, die „plötzlich Notwendig werden“ und über deren Notwendigkeit man vorher einfach keine Auskunft geben konnte ggf. auch über Erfolgserlebnise. Hoffen wir das Beste.


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2 Kommentare

  1. mm sagt:

    Also das ist spannend. Aber als der Artikel geschrieben wurde, war mir noch einiges nicht so klar wie Heute. Man leidet (entschuldigung „lernt“) ja auf dem langen weg ja noch einiges mit.

  2. vd sagt:

    Kinder mit russischer Staatsangehörigkeit sind nur dann ein Grund für eine Aufenthalsgenehmigung, wenn
    1. diese Kinder volljährig sind (ein Kind reicht auch…)
    2. der Antragsteller selbst arbeitsunfähig.

    Meine damals 2 minderjährigen Mädels mit russischer Staatsangehörigkeit haben mir leider überhaupt nichts geholfen und alle meine Versuche, mit den Dokumenten auch noch schnell eine Kopie der Geburtsurkunden mitabzugeben – sowie eine Bescheinigung, dass ich erneut schwanger bin und daher ja vielleicht etwas schneller und sanfter behandelt werden könnte – wurden wortlos oder mit „brauchen wir nicht“ abgeblockt.

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