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SIPRI-Bericht: Russlands Rüstungsgeschäft boomt

Von   /  22. Dezember 2014  /  Keine Kommentare

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rian.- Russische Waffenhersteller sind die einzigen unter den 100 weltweit größten Waffenproduzenten, die sich über ein beträchtliches Verkaufswachstum (um 20 Prozent) im Jahr 2013 freuen können, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag unter Berufung auf einen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI).

Laut SIPRI haben die 100 größten Rüstungshersteller im vorigen Jahr Waffen für insgesamt 402 Milliarden US-Dollar verkauft. (China wurde wegen Mangels an entsprechenden Informationen nicht berücksichtigt.) Das sind zwei Prozent weniger als im Jahr 2012. Besonders groß ist der Verkaufsrückgang bei italienischen und US-amerikanischen Unternehmen (um mehr als 15 Prozent bzw. mehr als fünf Prozent). Dabei belegen die US-Rüstungsfirmen die fünf ersten Plätze im SIPRI-Ranking (genauso wie 2012): Lockheed Martin, Boeing, BAE Systems, Raytheon und Northrop Grumman.

Die russischen Waffenproduzenten haben dagegen ihre Verkaufszahlen um 20 Prozent steigern können. Unter den Top 100 befinden sich mittlerweile zehn russische Konzerne (gegenüber neun im Vorjahr).

Die SIRPI-Experten führen den Verkaufsboom der russischen Rüstungskonzerne vor allem auf innere Faktoren wie den staatlichen Rüstungsauftrag zurück: Bis 2020 sind für die Aufrüstung der russischen Streitkräfte insgesamt 19 Billionen Rubel vorgesehen. Zudem ist Russland der zweitgrößte Waffenexporteur weltweit (nach den USA). Der russische Anteil am globalen Waffenmarkt beträgt 27 Prozent (29 Prozent bei den USA).

Vertreter der russischen Behörden gaben zu verstehen, dass die SIPRI-Angaben niedriger als die realen Zahlen seien. Die Schweden „haben keine vollständigen Informationen“, betonte der Generaldirektor des Waffenexportbehörde Rosoboronexport, Anatoli Issajkin. Die SIPRI-Experten verwenden Informationen aus offenen Quellen, „wobei wir uns an vertraulichen Daten orientieren“, ergänzte der Chef des russischen Rüstungsexporteurs.

Ruslan Puchow vom Zentrum für Strategien- und Technologienanalysen erwartet, dass die Zahlen der russischen Rüstungsbauer auch 2014 „auf einem ordentlichen Niveau“ bleiben werden. Ein Rückgang sei jedoch 2015 möglich, warnte er – vor allem wegen der westlichen Sanktionen.

Russlands beste Waffen

Eine der russischen Regierung nahestehende Quelle verriet, dass Moskau den Internationalen Waffenhandelsvertrag nicht unterzeichnen wolle. Es handelt es um das erste juristisch verpflichtende Dokument, das gewisse Regeln auf dem Rüstungsmarkt festlegen soll. Dieses Dokument wurde im April 2013 in einer UN-Vollversammlung verabschiedet. Es regelt den Handel mit Panzern, Panzerwagen, Artilleriesystemen, Kampfjets, Hubschraubern, Raketen bzw. Startanlagen sowie mit leichten Schusswaffen. Bis zuletzt informierten etwa 40 Prozent aller Länder die UNO über ihren Waffenhandel. Der jährliche Umsatz auf dem globalen Waffenmarkt wird auf 70 Milliarden Dollar geschätzt.

Gegen den Waffenhandelsvertrag traten bislang nur Nordkorea, Syrien und der Iran auf. Russland war eines der 23 Länder, die sich der Stimme enthielten. Bis dato wurde der Vertrag von 125 Ländern unterzeichnet und von 55 Ländern ratifiziert. Er tritt 90 Tage nach der Ratifizierung durch das 50. Land in Kraft, und zwar am 24. Dezember.

Moskau wollte den Vertrag nicht unterzeichnen, weil seine zwei wichtigsten Forderungen nicht berücksichtigt worden waren: Der Vertrag sollte aus russischer Sicht einen Punkt über das Verbot von Waffenlieferungen an „nicht bevollmächtigte nichtstaatliche Subjekte“ und über eine Verschärfung der Waffen-Reexport-Richtlinie enthalten. Das Dokument beschränkt den legalen Waffenverkauf an „problematische Regimes“ (die beispielsweise die Menschenrechte verletzen), verhindern ihn aber nicht an bewaffnete Oppositionskräfte, die gegen die Regierungen der jeweiligen Länder kämpfen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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