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Siemens will Sapsan-Produktion nach Russland verlegen

Von   /  4. Juni 2011  /  Keine Kommentare

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rian.-Der deutsche Industriekonzern Siemens ist laut seinem Präsidenten für Russland und Zentralasien, Dietrich Möller, bereit, die für das russische Schienennetz konzipierten Hochgeschwindigkeits-Züge Sapsan (Velaro RUS) in Russland zu bauen. Dafür fehle bislang jedoch der politische Wille in Russland.

Dies sagte Möller bei einem Treffen mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin am Rande eines Eisenbahnforums in Sotschi. Möller zufolge könnten die Sapsans im Uraler Werk für Eisenbahnmaschinen zusammengebaut werden, wo Siemens gemeinsam mit dem russischen Partner Sinara Group die Elektrozüge Lastochka herstellen will.

Daraus könnte ein genauso wichtiges Projekt wie die russisch-deutsche Ostseepipeline Nord Stream erwachsen, mutmaßte Möller. Siemens sei dazu bereit, dafür sei jedoch der politische Wille notwendig. Der Chef der Sinara Group, Dmitri Pumpjanski, hatte denBau einer neuen Produktionsstätte angekündigt, die technisch in der Lage sein soll, die Sapsan-Züge herzustellen.

Premier Putin hatte im November das Werk der Sinara Group am Ural besucht und sich für eine Lokalisierung der Produktion der deutschen High-Speed-Züge ausgesprochen.

Möller sagte damals, eine Produktion der Sapsan-Züge in Russland wäre nur dann zweckmäßig, wenn die russische Seite mindestens 20 solche Züge bestellen würde. Bei einem Auftrag von mindestens 60 Zügen könnte der Lokalisierungsgrad sogar 80 Prozent betragen. 

Der russische Bahnchef, Wladimir Jakunin, hingegen bezeichnete im April eine Produktion der Sapsan-Züge in Russland als unbegründet, weil der Bedarf an diesen Zügen zu niedrig sei.

Die russische Bahn RZD hatte 2006 bei Siemens acht Sapsan-Züge für 276 Millionen Euro bestellt. Ein Jahr später schlossen die Partner einen auf 30 Jahre angelegten Vertrag über die technische Wartung der Züge im Wert von 354,1 Millionen US-Euro. Die Hochgeschwindigkeitszüge pendeln seit Dezember 2009 zwischen Moskau und Sankt Petersburg und seit Juli 2010 auch zwischen Sankt Petersburg, Moskau und Nischni Nowgorod. Im vergangenen Jahr kündigte die RZD an, zusätzlich vier bis acht Züge von Siemens zu kaufen.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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