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Russland ersteigert eigene Handelsvertretung von Franz Sedelmayer zurück

Von   /  8. Februar 2014  /  1 Kommentar

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TOPTICKER – Russland hat am Donnerstag das ehemalige Haus der sowjetischen Handelsvertretung in Köln ersteigert, wie der Sprecher des Verwaltungsamtes des russischen Präsidenten, Viktor Chrekow, RIA Novosti sagte. Das in der Friedrich-Engels-Straße gelegene Mehrfamilienhaus samt Gelände, wo einst die Handelsvertretung der UdSSR untergebracht war, war mit Genehmigung des zuständigen Abschnittsgerichts unter den Hammer gegangen, damit die Schuld Russlands gegenüber dem deutschen Unternehmer Franz Sedelmayer zurückgezahlt werden kann.

Der Münchner Geschäftsmann Sedelmayer hatte Anfang der 1990er Jahre in Sankt Petersburg 2,3 Millionen Dollar Investitionen verloren. 1998 gewann er ein Schiedsverfahren gegen Russland und versuchte seitdem, seine Schadenersatzforderungen durchzusetzen. Er konnte dabei einige Erfolge verbuchen. So ging im Dezember 2008 ein Teil des 15.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplexes unter den Hammer und wurde vom russischen Staat für eine Million Euro ersteigert. Am Donnerstag kam ein weiteres Gebäude der ehemaligen sowjetischen Handelsvertretung auf Sedelmayers Klage unter den Hammer.

„Bekanntlich wurde ein russischer Auktionsteilnehmer, der die Interessen Russlands vertrat, zum Sieger. Neben dem russischen Bieter hatte auch Sedelmayer selbst an der Auktion teilgenommen. Das war die letzte Auktion, die auf Sedelmayers Klage angesetzt worden war“, so der Sprecher. Ihm zufolge bleibt der Gebäudekomplex weiter in russischem Besitz. „Das russische Eigentum im Ausland ist zuverlässig geschützt. Das offizielle Ergebnis der Versteigerung soll innerhalb einer Woche bekannt gegeben werden“, ergänzte Chrekow.

Lesen Sie auch: Fall Sedelmayer: Amtsgericht in Köln versteigert eine weitere russische Staatsimmobilie

www.rian.ru

Foto: Pressefoto (c) Franz Sedelmayer

 

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1 Kommentar

  1. mr sagt:

    Es wundert mich das der Russische Staat hier „Juristen Schach“ spielt statt mit einem Vergleich das Projekt zum gütlichen Ende bringt.

    Offensichtlich gilt hier immer noch Boris Strugatzkis Bewertung der russischen Politik von 2009:

    “Jeder der sich gegen den Staat ausspricht hat keine Schonfrist, Duldung oder Gnade zu erwarten. Das ist keine Rache, das ist ein allgemeines Prinzip, kein Teil der Mentalität oder gar die persönliche Anordnung der Mächtigen, es entzieht sich jeglicher Analyse oder Überprüfung. Es ist ‚der Instinkt des Systems‘ ”.

    Wer hier lebt weiss was damit gemeint ist.

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