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Russische Industrie leidet unter Nachwuchsmangel

Von   /  23. September 2013  /  Keine Kommentare

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rian.- Junge Russen sehen ihre berufliche Zukunft nicht an der Werkbank, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.  Das ergab eine Studie des Instituts für Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften. Befragt wurden junge Russen in St. Petersburg, den Gebieten Pskow, Jaroslawl, Smolensk, Orjol, Uljanowsk, Swerdlowsk, Nowosibirsk, Woronesch und Rostow, in den Teilrepubliken Tatarstan, Baschkirien sowie in der Region Krasnojarsk.

Bis Mitte der 1980er-Jahre hatten 37,5 Prozent der jungen Sowjet-Bürger in Industriebetrieben gearbeitet. Nach den politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen der späten 1980er bzw. der 1990er-Jahre lag diese Zahl 1995 bei 22 Prozent. 2010 waren es 33 Prozent.  Experten führen diesen Trend auf Veränderungen im Wertesystem junger Menschen zurück, die körperliche Arbeit für zu wenig prestigeträchtig halten. Fabrikarbeiter kommen üblicherweise aus Arbeiterfamilien und steigen unmittelbar nach dem Schulabschluss in den Beruf ein.

Bei nur 46 Prozent der jungen Arbeiter reichte das Einkommen der Eltern aus, um sich ausreichend zu ernähren, billige Kleidung und Haushaltsgeräte zu kaufen. 37 Prozent der Familien litten unter Geldmangel, während sechs Prozent in Armut lebten. Arbeiter empfinden sich als Verlierer und überlegen sich einen Berufswechsel, obwohl sie manchmal mehr verdienen als Büroangestellte.

Soziologen zufolge befindet sich die russische Industrie in der Zwickmühle: Die Betriebe sind an Facharbeitern interessiert und bereit, entsprechende Mittel zu investieren. Gleichzeitig denkt aber ein Drittel der Arbeiter an einen Berufswechsel.  Laut einer Studie des Jegor-Gaidar-Instituts für Wirtschaftspolitik ist die Zahl der Betriebe, denen es an Arbeitskräften mangelt, 2012 wesentlich gestiegen. 30 Prozent der Arbeitgeber gaben zu, dass der Arbeitskräftemangel das Industriewachstum in Russland erheblich bremst.

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  • Veröffentlicht: 5 Jahren vor auf 23. September 2013
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  • Zuletzt geändert: September 23, 2013 @ 5:28 pm
  • Rubrik: Ticker, Wirtschaft

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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