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Putin will neue Vertragsbedingungen für ausländische Autokonzerne

Von   /  22. September 2010  /  1 Kommentar

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rian.- Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat am Dienstag in St. Petersburg eine Sitzung über die industrielle Montage von Fahrzeugen in Russland abgehalten, schreibt die Zeitung „Kommersant“. Das russische Handels- und Industrieministerium hat neue Bedingungen ausgearbeitet, wobei die Autoteile zollfrei nach Russland eingeführt werden sollen.

Demnach werden sich die Investoren gezwungen sehen, mindestens 500 Millionen US-Dollar in die Projekte in Russland zu investieren. Zudem müssen in Russland mindestens 300.000 Autos, 200.000 Motoren, Getriebe und Karosserien hergestellt werden. Darüber hinaus muss ein Zentrum für die Entwicklung von neuen Modellen geschaffen werden.

Putin verkündete, dass die Regierung die unterzeichneten Verträge über die industrielle Montage von Fahrzeugen in Russland (sind bis 2014/2015 gültig) kaum unter den jetzigen Bedingungen verlängern werde, zumal sie ihr Ziel bereits erreicht haben. Jetzt müssen die Autokonzerne über die Erweiterung des Produktion nachdenken. AvtoVAZ und Renault sowie Sollers und Fiat tun das bereits, sagte Putin.

Diejenigen, die die Verträge unter den neuen Bedingungen unterzeichnen, würden Ermäßigungen bei der Einfuhr der Autoteile für acht Jahre bekommen, betonte der Handels- und Industrieminister Viktor Christenko. Der russische Regierungschef gab gestern zum ersten Mal zu verstehen, dass die neuen Vertragsbedingungen mit den erhöhten Verplichtungen bei der Regierung Vorrang haben.

Doch nicht alle Autokonzerne sind bereit, die Produktion zu erweitern und die erhöhten Verpflichtungen zu übernehmen. Igor Kulgan, Chef der Vereinigten Automobilgruppe, die das IzhAvto-Werk im Interesse der staatlichen russischen Sberbank verwaltet, hat verkündet, dass das Werk die Montage von Hyundai-Modellen verlieren könne, weil die südkoreanische Seite die neuen Vertragsbedingungen nicht akzeptieren wolle. Das bedeutet, dass das IzhAvto-Werk, dessen Produktion während der Krise eingestellt worden war, in einem Jahr erneut stillstehen kann.

Der GAZ-Chef Bo Andersson ist ebenfalls gegen die neuen Bedingungen. Takeshi Isigaya, Präsident von Toyota Motor Russia, kündigte an, der Konzern könne die Produktion in Russland erweitern. Doch handele es sich einfach um die Erweiterung des in St. Petersburg gebauten Werks im Rahmen des alten Akommens, so die bei der Sitzung in St. Petersburg anwesenden Quellen.

Das russische Wirtschaftsminiterium ist vor allem damit unzufrieden, dass die Investoren dank den neuen Vertragsbedingungen im Laufe von acht Jahren die „Schraubenziehermontage“ führen können. Laut dem jetzigen Vertrag darf man dies nur im Laufe von 2,5 Jahren. Aus diesem Grund hat der Autokonzern Volkswagen die Zahl der in Kaluga hergestellten Modelle reduziert (derzeit werden diejenigen Modelle montiert, die auch geschweißt oder gespritzt werden).

Laut Iwan Bontschew vom Beratungsunternehmen Ernst&Young wird kaum jemand bis zum Jahresende die Verträge unter den neuen Bedingungen unterzeichnen. Dies hänge damit zusammen, dass der russische Automarkt sich gerade erst zu erholen beginnt. Es sei noch zu riskant, überhöhte Verpflichtungen einzugehen, so Bontschew.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Die Weltwirtschaftskrise hat in Russland zwar nicht die Autohersteller abgeschreckt, dafür aber viele Zulieferer welche eigentlich schon „bauen“ wollten.
    Macht ja auch keinen Sinn in St. Petersburg Kapazitäten aufzubauen und Autoteile zu produzieren wenn zu Hause die Mitarbeiter kurzarbeiten bzw. die Nachfrage eingebrochen ist.

    Die Fahrzeughersteller, welche eigentlich reine End-Montage ohne Fertigungstiefe betreiben, müssen zum Erhalt Ihrer „Sonderkonditionen“ – Steuer und Zollvorteile usw. daran erinnert werden, das Sie oder Ihre Zulieferer die Fertigunstiefe im Land erhöhen. D.H. der Druck von Putin wird schön an die Zulieferer durchgereicht.
    Sonst ists schnell aus mit den zollfreien Autoteilen…

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