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PMEF 2012 unter dem Motto „Effektive Führung“

Von   /  21. Juni 2012  /  Keine Kommentare

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rian./eva.-Das Petersburger Wirtschaftsforum 2012 ist das erste große internationale Ereignis, bei dem die wichtigsten Mitglieder der im Mai gebildeten Regierung Russlands zusammenkommen, schreibt RBC Daily. Experten zufolge wird das Forum zeigen, wer der Chefideologe der Wirtschaftspolitik für die kommenden fünf Jahre sein wird. Ernsthafte Reformen erwarten allerdings weder Wirtschaftsexperten noch Politologen.

Im vergangenen Jahr ging es bei dem Forum vor allem darum, wie wahrscheinlich eine neue Wirtschaftskrise ist. „Das Licht am Ende des Tunnels ist bereits zu sehen. Die Wirtschaft beginnt, sich wiederherzustellen“, sagte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew. Die frühere Wirtschaftsministerin Elvira Nabiullina war ebenfalls positiv gestimmt. „Wir sind sicher, dass die Wirtschaften vieler starker EU-Länder die Situation überstehen werden. Was uns betrifft, müssen wir zur Volatilität auf den Märkten bereit sein“, sagte Nabiullina.

Weltwirtschaftskrise wiederum wichtiges Thema

Auch in diesem Jahr ist die Krise das Hauptthema. Die Teilnehmer des Forums wollen eine Antwort auf die Frage finden, wie die Folgen der globalen Wirtschaftskrise minimiert und eine neue Krisenwelle verhindert werden können. Eine Sitzung, an der auch Putin teilnimmt, findet unter dem Motto „Effektive Führung“ statt.

Neben der Lösung von Problemen der neuen Krise werden Maßnahmen zur Energiesicherheit, Regelung der Finanzmärkte und Erhöhung der sozialen Verantwortung des Wirtschaft besprochen werden, heißt es in einer Botschaft Putins auf der Webseite des Forums.

Neuer Wirtschaftsideologe im Kreml gesucht

Die Diskussionen in St. Petersburg würden den Wirtschaftskurs der neuen Regierung klarer machen, der bislang noch sehr widersprüchlich sei, sagte Sergej Markow, Prorektor der Russischen Plechanow-Wirtschaftsuniversität. „Diese Regierung ist in vielerlei Hinsicht eine Regierung der vorherigen Stellvertreter. Es handelt sich bei vielen um Technokraten ohne eigene Meinung. Es bleibt die Frage, wer der Ideologe der Wirtschaftspolitik sein wird“, sagte Markow.

Bis zu den Wahlen sei Putin de facto der zweite Präsident gewesen. Der Ideologe der Wirtschaftspolitik in der Regierung sei Alexej Kudrin gewesen, sagte der Experte. „Die Diskussionen sollen die Antwort auf die Frage geben, ob wir eine Post-Kudrin-Wirtschaft haben werden und wer das Gesicht der neuen Wirtschaftspolitik sein wird – Anton Siluanow, Andrej Beloussow, Arkadi Dworkowitsch oder Dmitri Medwedew“, sagte Markow.

Keine Wirtschaftsreformen für Russland erwartet

Laut Igor Bunin, Präsident des Zentrums für politische Technologien, wird Putin eine sehr liberale Wirtschaftspolitik verkünden. Das Forum wird von dem Experten als eine große PR-Aktion bezeichnet, bei der gezeigt werden soll, dass „wir die liberalsten Menschen in der Welt sind“. „Das wahre Leben findet nicht auf den Foren statt, sondern in den Kommissionen für Öl und Energie“, sagte Bunin.

Es werden derzeit keine ernsthaften politischen Schritte seitens der Regierung erwartet. Oleg Samulin, Dekan der Fakultät für Wirtschaft der Moskauer Wirtschaftshochschule, erwartet nicht, dass große Reformen angekündigt werden. „Die Wirtschaft wird stagnieren. Deswegen wäre logisch gewesen, Schritte zu Reformen zu unternehmen. Doch die Regierung hat sich fast nicht verändert. Die Menschen bekleiden seit langem Regierungsposten und sind die jetzigen Verfahren und Regeln gewohnt. Solche Regierungen unternehmen selten Reformen“, sagte Samulin.

Siemens erwartet Aktionsplan für die Entwicklung

Der Chef des deutschen Konzerns Siemens Dietrich Möller erwartet nach eigenen Worten, dass Russlands Präsident Wladimir Putin beim bevorstehenden Wirtschaftsforum in St. Petersburg einen neuen Aktionsplan für die Entwicklung des einheimischen und ausländischen Geschäfts in Russland vorstellen wird.

Wie Möller der Nachrichtenagentur Prime mitteilte, hat das diesjährige Forum eine besondere Bedeutung für alle Teilnehmer. Siemens habe im Vorjahr sein milliardenhohes Investitionsprogramm in Russland in vielen Aspekten unter dem Einfluss und nach den Ergebnissen der Treffen beim Wirtschaftsforum gebildet, so Möller.

Siemens wolle das bevorstehende Forum für ein Gespräch ausnutzen, wie die Möglichkeiten von Siemens und den führenden russischen Partnern und Kunden bestmöglich verbunden werden können, um die Infrastruktur in Russland und die russische Wirtschaft zu modernisieren.

Russland für japanische Unternehmen interessant

Russland lockt auch immer mehr japanische Unternehmen an – nicht nur als ein an Naturressourcen reiches Land, sondern auch als ein intensiv wachsender Markt und dank der Modernisierung der Industrie und der Verbesserung des Investitionsklimas, teilt der Geschäftsführer der japanischen Bank Mizuho, Atsushi Narikawa, am Mittwoch mit.

„Obwohl immer noch viele Probleme bestehen bleiben, rechnen wir damit, dass Russland dank diesen Verbesserungen künftig die Rolle eines Motors der globalen Wirtschaft spielen kann“, sagte Narikawa, am Mittwoch in einem RIA-Novosti-Interview während des Wirtschaftsforums in St. Petersburg.

Investitionen mit Krediten der Sberbank

Die steigende Präsenz japanischer Unternehmen in Russland eröffne neue Aussichten für den Banksektor Japans. „Für die Mizuho Corporate Bank ist Russland mit seinem rasenden Wachstum einer der wichtigsten Märkte“, sagte Narikawa.

Im September des Vorjahres haben die russische Sberbank und die japanische Mizuho Corporate Bank ein Abkommen abgeschlossen, laut dem in den nächsten Jahren über die Sberbank Kredite in Höhe von 500 Millionen US-Dollar an japanische Unternehmen ausgegeben werden, die in Russland tätig sind oder ihr Geschäft dort starten wollen.

www.rian.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Petersburger Wirtschaftsforum PEF 2012 – am Volk vorbei

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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