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Opel-Deal: Magna und Sberbank wollen 170 Millionen Euro in Russland investieren

Von   /  16. September 2009  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Als neue Opel-Eigner würden der kanadische Autozulieferer Magna und die russische Sberbank 170 Millionen Euro in Russland investieren, berichten die russischen Zeitungen „Wedomosti“ und „Kommersant“ am Dienstag. Der Vertreter der Bundesländer in der Opel-Treuhand, Dirk Pfeil, wirft Magna vor, auf Kosten Deutschlands Opel-Technologien in Russland nutzen zu wollen. Ihm zufolge will Opel, das auf staatliche Garantien von 4,5 Milliarden Euro Anspruch erhebt, mehr als 600 Millionen Euro in Russland investieren.

Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf konterte, dass diese Angaben nicht der Wahrheit entsprechen würden. Laut Geschäftsbedingungen dürften Opels Technologien in Russland verwendet werden. Deshalb wollen der Autokonzern und seine Partner in Russland 170 Millionen Euro investieren. Mit dem Geld sollen zwei Betriebe in Russland, das Verkaufsnetz und andere Aktiva entwickelt werden.

Magna-Sprecher Daniel Witzani sagte, die gesamte Investitionssumme könne nur dann 600 Millionen Euro erreichen, wenn die russischen Opel-Niederlassungen soviel verdienen würden. Wolf zufolge wird das GM-Werk in St. Petersburg, das an Opel übergeht einen Teil des Geldes bekommen. Ein anderes Objekt nannte der Magna-Manager nicht. Als technologischer Partner von Magna und Sberbank bei der Übernahme gilt die GAZ Gruppe, welche die Opel-Wagen montieren soll. Wolf verriet jedoch nicht, ob Opel in GAZ investieren werde. Ein GAZ-Sprecher verweigerte einen Kommentar.

Sehr hohe Investitionssumme

Experten verstehen nicht, wozu Magna und Sberbank in Russland so hohe Investitionen brauchen. 170 Millionen Euro in zwei Produktionsstätten, das sei sehr viel, betont Iwan Bontschew, Automarktexperte beim Beratungsunternehmen Ernst & Young: „Aus diesem Geld ließe sich ein neuer Betrieb bauen.“ Von Investitionen aus dem Gewinn russischer Betriebe könne keine Rede sein, betont der Analyst.

Der Vertrag über den Verkauf von Opel solle in ein bis zwei Wochen perfekt sein und in der zweiten Novemberhälfte abgeschlossen werden, hofft Wolf. Die wichtigsten Bestimmungen seien abgestimmt worden und unterlägen keinen Änderungen. Das bedeutet, dass GM kein Rückkaufsrecht auf den Anteil von Magna und Sberbank (55 Prozent der Aktien) erhalten werde, erklärte er.

Bis zum Abschluss des Deals sei es noch weit, zahlreiche Fragen seien nicht durchgearbeitet worden, so Michail Pak von der Investmentgesellschaft Aton. Vor allem die Regierungen in Belgien und Spanien, wo Betriebe geschlossen werden sollen, würden sich gegen diesen Deal wenden, hebt er hervor. (rian)

Bild: Chevrolet-Modell auf der Produktionsstrasses des Petersburger GM-Werks. (Foto: GM-Press)

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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