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Nord Stream: Franzosen haben keine Sonderrechte erhalten

Von   /  22. Juni 2010  /  Keine Kommentare

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rian.- Der französische Gasversorger GdF Suez ist wie geplant als fünfter Partner bei der Ostsee-Pipeline Nord Stream eingestiegen, hat aber kein Vetorecht erhalten. Wie die russische Zeitung Kommersant am Dienstag unter Berufung auf Branchenkreise berichtete, war gerade das der Stein des Anstoßes in den Verhandlungen zum Beitritt der Franzosen zum Projekt.

„Länger als ein Jahr versuchten die Franzosen, Sonderbedingungen bei Verwaltungsfragen auszuhandeln, wir haben ihnen aber gesagt, dass sie in ein Projekt einsteigen, wo schon alles festgelegt ist und wenn sie einsteigen wollen, dann bitte zu den allgemeinen Bedingungen – ohne ein Vetorecht“, sagte ein E.On-Sprecher. Diese Information wurde Kommersant zufolge auch bei Wintershall bestätigt. GdF gab keinen Kommentar dazu.

Der Hauptaktionär Gazprom und das Unternehmen GdF haben am 19. Juni in St. Petersburg ein Abkommen über den Einstieg in das Projekt Nord Stream unterzeichnet. Die Franzosen werden somit laut Gazprom-Chef Alexej Miller nicht weniger als zehn Prozent der Aktien übernehmen.

Dem Finanzdirektor von Nord Stream Paul Corcoran zufolge wird demnächst die Zahl der Mitglieder im Aktionärsausschuss durch einen zusätzlichen Vertreter von Gazprom und einen GdF-Vertreter von zehn auf 12 steigen. Bislang waren in dem Ausschuss von Seiten Gazproms fünf Vertreter, darunter der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, so Kommersant.

„Wir sind natürlich froh, einen weiteren starken und erfahrenen Aktionär im Energiebereich zu gewinnen. Wir haben aber ohnehin ein sehr stabiles Finanzierungskonzept, gute Arbeitserfahrungen auf Finanzmärkten, die ihr Interesse für das Projekt bekundet haben. Da in der ersten Phase des Projektes unter den Kreditgebern auch französische Banken waren, denke ich nicht, dass GdF das Projekt aus der Sicht der finanziellen Möglichkeiten verbessern wird. Wir haben eine deutliche und klare Struktur der korporativen Verwaltung und GdF darf sie nicht stark beeinflussen“, sagte Corcoran in einem Kommersant-Interview.

Der gesamte Investitionsbedarf für den Bau der Pipeline beläuft sich ihm zufolge auf 8,8 Milliarden Euro. „Für die Realisierung der zweiten Phase des Projektes wollen wir 2,5 Milliarden Euro beschaffen“, sagte der Finanzdirektor von Nord Stream. Das Konsortium rechne mit einer ebenso hohen Nachfrage, wie in der ersten Phase der Umsetzung des Projektes: Damals hat die Nachfrage das Angebot um 60 Prozent übertroffen, so Corcoran.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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