Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Heimat-Deutschland  >  Aktuelle Artikel

Möbelmesse 2010: Petersburg verliert gegenüber Moskau an Bedeutung

Von   /  29. November 2010  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

RIA Novosti sprach in Moskau auf der Internationalen Ausstellung Möbel-2010, der größten dieser Art in Osteuropa und einer der größten Möbelmessen der Welt, mit Alexander Oswald, zuständig für die Länder Osteuropas und Asiens im Hauptverband der deutschen Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie und verwandter Industriezweige e.V. (HDH).

RIA Novosti: Wir sind hier auf dem deutschen Gemeinschaftsstand auf der Möbelmesse, die vom 22. bis 26. November läuft. Wie viele Unternehmen sind diesem Stand vertreten?

A.O.: Wir haben in diesem Jahr 16 Unternehmen, die auf einer Gesamtfläche von 450 Quadratmetern ausstellen, letztes Jahr waren es 19 Unternehmen und etwa 800 Quadratmeter.

RIA Novosti: Das hängt nur mit der Krise zusammen oder gibt es da auch andere Hintergründe?

A.O.: Es gibt im Wesentlichen zwei Hintergründe: Zum einen ist es natürlich die Krise, wir müssen dazu sagen, dass die Auswirkungen der Krise gerade im Möbelbereich in Russland ziemlich stark waren. Im letzten Jahr sind unsere Exporte nach Russland um fast 40 Prozent eingebrochen. In diesem Jahr sehen wir seit den Sommermonaten wieder eine positive Tendenz. Inzwischen, akkumuliert für die ersten drei Quartale des Jahres, ist das Außenhandelssaldo wieder positiv. Diese Entwicklung, wie gesagt, beobachten wir allerdings etwa seit Juni dieses Jahres. Der andere Hintergrund ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Anmeldung für die Messe bereits gelaufen war.

RIA Novosti: So dass man annehmen könnte, die Beteiligung wäre größer gewesen, wenn man gewusst hätte…

A.O.: Genau. Nach der jetzigen Marktlage müssten es deutlich mehr Unternehmen sein, als wir jetzt auf dem Stand haben. Aber das ist nun mal so, dass bei Bundesbeteiligung der zeitliche Vorlauf der Anmeldung sehr weit ist, das können wir als Verband nicht beeinflussen.

RIA Novosti: Es gibt sicher auch viele deutsche Firmen, die nach Russland exportieren ohne dass sie hier auf Messen vertreten sind?

A.O.: Natürlich. Und es gibt auch viele deutsche Aussteller, die über ihre russischen Niederlassungen bereits im russischen Teil der Messe ausstellen. Und sie sind dann nicht unbedingt Teil der deutschen Repräsentanz. Viele deutsche Zulieferer haben in Russland Niederlassungen gegründet, die auch auf der Messe ausstellen, diese laufen als russische juristische Unternehmen, es sind aber deutsche Firmen. Auf dem Gemeinschaftsstand sind hauptsächlich Unternehmen vertreten, die zum ersten, zweiten oder dritten Mal ausstellen und noch gefördert werden sollen. Die Unternehmen, die schon wirklich Fuß gefasst haben in dem Markt, die stellen außerhalb unseres Pavillons aus.

RIA Novosti: Was wird eigentlich aus Russland nach Deutschland geliefert?

A.O.: Nach Deutschland werden aus Russland vorrangig Möbel aus Massivholz, Sitzmöbel, also Holzstühle, und ganz wesentlich Möbelteile importiert. Insgesamt ist das nicht viel. 40 bis 50 Millionen Euro im Jahr. Die deutschen Exporte nach Russland lagen im letzen Jahr bei ungefähr 160 Millionen Euro.

RIA Novosti: Sind Sie persönlich zum ersten Mal in Moskau?

A.O.: Moskau gehört zu meinem Aufgabenbereich. Ich bin seit 2005 jedes Jahr in Moskau, es ist bereits die sechste Möbelausstellung hier, die ich mitmache. Langfristig kann nur der Export die Überlebensfähigkeit der deutschen Möbelindustrie sichern. Die Möbelexportquote liegt bei 30 Prozent im Moment. Und wir haben da ein großes Potenzial zur Steigerung.

RIA Novosti: Wie sehen Sie den Stellenwert von Moskau?

A.O.: Moskau ist in Russland ganz klar die Nummer eins, was den Absatz von Möbeln angeht. Nach unseren Informationen entfallen 40 Prozent des gesamten Möbelumsatzes in Russland auf Moskau und den Großraum Moskau. Für meinen Arbeitsbereich ist Moskau ganz klar die Nummer eins und insgesamt für den Verband sind es Moskau und Dubai. Die Messe in Sankt Petersburg hat in den letzten fünf Jahren massiv an Bedeutung verloren, es gibt kaum noch namhafte deutsche Unternehmen, die dort ausstellen. Ich vermute, dass das daran liegt, dass die Stadt zu nahe an Moskau ist. Das Geschäft wird einfach hier gemacht.

RIA Novosti: Wie stehen Sie zu Moskau als Großstadt?

A.O.: Ich mag Moskau, es gibt natürlich überall positive und negative Seiten, die Verkehrslage gehört natürlich ganz eindeutig zu den Nachteilen, aber auf der anderen Seite, es eine wunderschöne Stadt, eine Weltstadt, durchaus zu vergleichen mit Weltmetropolen wie Paris, Tokio und New Yorck . Für mich ist es eine faszinierende Stadt, ich komme immer wieder gerne hierher.

Das Gespräch führte Hans-Georg Schnaak

www.rian.ru

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Mitglieder der „FSB-Bande“ zu hohen Haftstrafen verurteilt

mehr…