Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Armee - Militär  >  Aktuelle Artikel

Mistral-Deal: Russland baut keine Hubschrauberträger

Von   /  9. Januar 2013  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

rian.- Die russische Kriegsmarine bekommt statt der geplanten vier Mistral-Schiffe nur zwei, die in Frankreich gebaut werden, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.  Die russische Kriegsmarine bekommt statt der geplanten vier Mistral-Schiffe nur zwei, die  in Frankreich gebaut werden, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.  Wie ein Regierungsbeamter „Wedomosti“ mitteilte, haben die russischen Behörden entschieden, auf den Bau von zwei französischen Mistral-Hubschrauberträgern in Russland zu verzichten.

Die beiden anderen Schiffe, deren Bau in Frankreich geplant ist, sollen fertiggestellt werden. Diese Information wurde der Zeitung von einem Sprecher des Verteidigungsministeriums und einem Manager eines Betriebes der Rüstungsindustrie bestätigt. Experten haben die Entscheidung der neuen Führung des Verteidigungsministeriums unterstützt, hieß es.

Der Vertrag über den Bau von zwei Mistral-Hubschrauberträgern im Wert von 1,15 Milliarden Euro war im Juni 2011 in Sankt Petersburg unterzeichnet worden. Der Vertrag sah den Bau der ersten zwei Schiffe in der STX-Werft in Saint-Nazaire vor. Das erste Schiff, die „Wladiwostok“,  befindet sich bereits im Bau. Laut plan soll es 2014 an die russische Kriegsmarine übergeben werden. Das zweite Schiff, die „Sewastopol“, soll 2015 seiner Bestimmung übergeben werden. Geplant ist, dass die beiden Schiffe, die die größten der Pazifikflotte sein werden, in Wladiwostok (Russisch-Fernost) stationiert sein werden.

Dabei können französische Unternehmen an die Einrichtung der Infrastruktur für die Hubschrauberträger herangezogen werden.  Der Vertrag beinhaltete ursprünglich auch eine Option für den Bau von zwei weiteren Schiffen, bereits in Russland. Zum Bau dieser Schiffe wird es jetzt doch nicht kommen. Noch im November, einige Tage vor seinem Rücktritt, hatte Ex-Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow die Unterzeichnung eines Vertrages für die nächste Zukunft in Aussicht gestellt. Wie jedoch der Manager des Betriebes der russischen Rüstungsindustrie mitteilte, standen die russische Schiffbaubranche und ein großer Teil der Marineangehörigen diesen Plänen von Anfang an skeptisch gegenüber.

Die Konzeption zum Einsatz dieser Schiffe durch die russische Kriegsmarine schien zweifelhaft und die Ausgaben für den Unterhalt und den Bau der Schiffe schienen zu groß. Der Bau der beiden Schiffe hätte nicht weniger als in Frankreich, d.h. 1,15 Milliarden Euro, gekostet, so der Manager des Betriebes der Rüstungsindustrie.  Die Entscheidung gegen den Bau von zwei Schiffen in Russland ist laut Michail Barabanow, Redakteur des Magazins Moscow Defense Brief,  eine logische und unverkennbare Maßnahme zur Einsparung von Budgetmitteln, die aus dem Haushalt für den staatlichen Verteidigungsauftrag bereitgestellt werden.

Wie jedoch ein Sprecher der Vereinigten Schiffbaukorporation (OSK) der Agentur Prime mitteilte, bleibt der Vertrag zwischen dem Verteidigungsministerium und der OSK in Kraft.  „Wir wissen nichts von der Entscheidung des Verteidigungsministeriums über den Verzicht auf den Bau von zwei weiteren Mistral-Hubschrauberträgern in Russland“, hieß es.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Petersburger Werft beginnt bald mit Bauarbeiten am Mistral-Hubschrauberträger

 

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Russischer Admiral beschimpft Philosophen Kant

mehr…