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Lettlands Wirtschaft stark von Gütertransit nach Russland abhängig

Von   /  13. Oktober 2014  /  Keine Kommentare

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rian.- Wenn Russland seinen Gütertransit über Lettland stoppt, werden die Häfen und die Eisenbahn des Landes verfallen, wie der lettische Wirtschaftsminister Wjatscheslaw Dombrowski in einem Interview mit RIA Novosti sagte.  Im Transitbereich hänge Lettland zu 80 Prozent von Russland ab. Dies sei auf die geographische Lage zurückzuführen.

„Wenn Russland den Transit stoppt, gerät praktisch die ganze Branche, das heißt die Häfen und die Eisenbahn, in Verfall“, so Dombrowski. Es handle sich dabei um zehntausende Arbeitsplätze. Der russische Gütertransport mache derzeit 12 Prozent des lettischen Bruttoinlandprodukts aus, führte er weiter aus. Der Umsatz in diesem Bereich werde auf 2,8 Milliarden Euro geschätzt.

Der Importstopp für westliche Waren, den Russland im Gegenzug für Sanktionen der EU und der USA beschlossen hatte, bedeute für Lettland Einbußen in Höhe von 52 Millionen Euro bzw. 0,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, so Dombrowski. „Wir haben drei betroffene Branchen: Erstens die Milchbranche, zweitens der Güterkraftverkehr in Richtung Russland und drittens die milchproduzierenden Bauern“, so der Minister.

In Bezug auf die von Russland beschlossenen Sanktionen sei Lettland nicht der größte Verlierer, betonte er zugleich. „Wir führen nach Russland viel weniger Gemüse und Obst aus als etwa Litauen.“

Bild: Wikimedia Commons

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Keine Kommentare

  1. eva sagt:

    Leider lässt sich die bei diesem Thema die Zeit vor der Unabhängigkeit der baltischen Staaten nicht ausklammern. Die Zeit nach der Okkupation durch die Sowjetunion von 1940 ist der Hauptgrund für das grosse Misstrauen gegenüber den russischen Nachbarn. Auch der Versuch von 1991, die ehemaligen Sowjetrepubliken mit Waffengewalt wieder unter russische Kontrolle zu bringen, ist nicht vergessen. In den Jahren seither ist es bei Nadelstichen wie Importverboten, Festnahmen, und kleineren Grenzverletzungen durch russische Flugzeuge als Reaktion auf politische Entscheidungen im Baltikum, die Moskau nicht genehm waren, geblieben. Auch die nationalistischen Ausfälle des russischen Abgeordneten Schirinowski gegenüber den ehemaligen Sowjetstaaten fördern den Frieden nicht. Wie bereits erwähnt, tragen auch die drei baltischen Staaten ihren Beitrag zu der gereizten Stimmung bei, doch halte ich ihren „Sicherheitsabstand“ gegenüber Russland für gerechtfertigt und verständlich. Das heisst nicht, dass ich sie nicht für Fehler, wie zum Beispiel den harrschen Umgang mit der russischsprachigen Minderheit, kritisiere. Es braucht eben Zeit bis die Wunden verheilen, und der Konflikt in der Ukraine weckt bei den kleinen Nachbarn leider schmerzliche Erinnerungen an die Zeit im sowjetischen Imperium.

  2. Sonicht sagt:

    an Eva
    ich wäre für einige Beispiele für eine schlechte Behandlung der baltischen Länder
    seitens Russland dankbar, bitte nur die Zeit nach der Unabhängigkeit beurteilen.

  3. eva sagt:

    Die Tatsache, dass ein Land wirtschaftlich von seinem Nachbarn abhängig ist, bedeutet nicht, dass es politisch nicht unabhängig sein darf. Das Verhältnis der baltischen Staaten zu Russland ist seit deren Unabhängigkeit gespannt. Zwar tragen ihre „Schienbeintritte“ sicher nicht zu einer Verbesserung der Lage bei, gleichzeitig sind sie verständlich, solange Russland das Baltikum als seinen „Vorgarten“ betrachtet und dementsprechend behandelt.

  4. Sonicht sagt:

    Es verwundert, dass bei einer derartigen Abhängigkeit die lettische Führung
    Russland dauernd vor’s Schienbein tritt.

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