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Petersburg wieder ohne Fährverbindung nach Helsinki

Von   /  13. Oktober 2008  /  Keine Kommentare

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eva.- Seit dem 8. Oktober ist die erst im August eröffnete Fährlinie Petersburg-Helsinki wieder unterbrochen, schreibt Wirtschaftszeitung RBK-daily.

Ein Teil der letzten Fährtouristen wurden per Bus transferiert, andere gaben enttäuscht ihre Fahrkahrten zurück. Das speziell für dieses Strecke gekaufte Schiff, die „MS Julia“ steht derweil im finnischen Hafen Kotki vor Anker. Als Grund für die plötzliche Stilllegung des Kurses gibt die Firma Stella Lines fehlende Liquidität wegen der Weltwirtschaftskrise an.

Drei Millionen Euro fehlen in der Kasse

Zwar hat die finnischen Fährgesellschaft beim Start durchaus mit einer gewissen Durststrecke gerechnet, doch nun fehlen die Reserven, um die Zeit zu überbrücken, in der das Schiff defizitär fährt. Laut Stella Lines fehlen rund 3 Millionen Euro in der Kasse – kein Pappenstiel, aber auch kein Betrag, der potentielle Investoren abschrecken muss. Die Betreiber bieten den Kauf eines Aktienpakets an und setzen grosse Hoffnung die Stadt Petersburg als potentielle Käuferin, deren grosses Interesse es eigentlich sein müsste, den Schiffsverkehr nach Petersburg nicht zum vierten Mal auf längere Zeit abflauen zu lassen.

Für die Stadt steht viel auf dem Spiel

Diese Hoffnungen sind durchaus begründet, denn für die Stadtregierung steht noch viel mehr auf dem Spiel als diese Schiffsverbindung. Immerhin ist es nicht zuletzt dem Lobbying von Petersburger Kreisen zu verdanken, dass die Duma kürzlich einen dreitägigen visafreien Aufenthalt für Schiffstouristen abgesegnet hat. Ausserdem wurde vor wenigen Wochen der grosse, neue und teure Passagierhafen Petersburgs symbolisch eröffnet. Im Entwicklungsszenario der Stadt, die mit einem gewaltigen Anwachsen des Schiffstourismus in den kommenden Jahren rechnet, spielen die Fährverbindungen nach Skandinavien eine wichtige Rolle – insbesondere die Verbindung nach Helsinki. Doch wenn die Stadt einsteigen will, muss sie rasch entscheiden – das Finanzloch muss innerhalb der kommenden Woche gestopft werden, will man grösseren Schaden vermeiden.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

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www.rbcdaily.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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