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IMD-Studie: Russland gewinnt an Wettbewerbsfähigkeit

Von   /  13. Juni 2013  /  Keine Kommentare

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rian.- Russland ist im von der IMD Business School erstellten Ranking der wettbewerbsfähigsten Länder um sechs Plätze nach oben geklettert, schreibt die Zeitung „Wedomosti“. Russland hat es von 60 untersuchten Ländern mittlerweile auf Platz 42 geschafft. Die IMD-Experten heben Russlands Erfolge im Wirtschaftsbereich hervor. Die drei anderen Faktoren (Effizienz der Staatsverwaltung und die Wirtschafts- und Infrastruktureffizienz) sind im Grunde konstant mangelhaft.

Die drei wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften (USA, Schweiz, Hongkong) sind auf ihren Plätzen geblieben. Schlusslicht ist Venezuela. Deutlich abgerutscht sind die süd- und osteuropäischen Länder. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich vom 16. auf den achten Platz verbessert. Das sei eine große Überraschung, sagte der IMD-Wettbewerbsforscher Stephane Garelli. Zugleich warnte er davor, die Europäer zu unterschätzen, denn die Schweiz, Schweden, Deutschland und Norwegen sind nach wie vor enorm stark. Sehr gute Aussichten haben die BRICS-Länder, ergänzte der Experte. Ihre Stellung sei allerdings vor allem wegen Südafrika und Indien schwächer geworden. Dafür aber hätten China und Russland Fortschritte gemacht.

Russlands Erfolg ist nicht zuletzt durch den hohen Beschäftigungsgrad bedingt. Die Arbeitslosigkeit lag 2012 bei 5,5 Prozent (Durchschnittswert: acht Prozent). Bei der Jugend betrug sie 13,2 Prozent, was ein Drittel unter dem Durchschnittswert liegt. Zum Vergleich: In Spanien erreichte sie 53 Prozent, in Italien und Portugal jeweils 35 Prozent.

Nicht zu übersehen sei jedoch, dass die Beschäftigung dank der Schattenwirtschaft wächst, betonte der russische Wirtschaftsexperte Valeri Mironow. Im legalen Bereich sinke die Beschäftigung: In den vergangenen fünf Jahren wurden in den Verarbeitungsbranchen die Arbeitsplätze um nahezu 20 Prozent (1,4 Millionen) gestrichen.

Zu den positiven Aspekten Russlands zählen die niedrigen Staatsschulden, die niedrige Einkommenssteuer, die Stabilität der Einlagenzinsen und gut ausgebildete Arbeitskräfte. Die negativen sind der schwächer werdende Export, das Rentensystem, der Kapitalmarkt, die Bürokratie und die demographischen Kennzahlen.

Russland sei im Ranking vor allem wegen der raschen Verschlechterung der Situation in anderen Ländern gestiegen, sagte Elina Pechonova von der Moscow Business School. Wenn man aber die Situation der zurückliegenden fünf Jahre analysiere, so sei der Fortschritt auch dank der inneren Ressourcen möglich geworden. Die IMD-Experten haben unter anderem die politische Stabilität im Land gelobt. Die größten Probleme Russlands seien der niedrige Diversifizierungsgrad seiner Wirtschaft und die große Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen, so Experte Garelli.

Die entwickelten Industriezweige seien stark genug und in die schwachen Branchen gehe niemand, konstatierte der Präsident des Handy-Einzelhändlers Euroset, Alexander Malis. Russlands größte Stärke bestehe in seinen riesigen Ressourcen, der enormen Marktkapazität, der günstigen geopolitischen Lage, während seine größten Nachteile die schwache Staatsverwaltung und die inadäquate Wirtschaftspolitik seien, so der Mitbesitzer von Rostselmasch, Konstantin Babkin.

Ihm zufolge ist die Konkurrenzfähigkeit des russischen Agrarmaschinenbaus in den frühen 2000ern konstant gestiegen, doch in den vergangenen zwei bzw. drei Jahren hatten die Marktteilnehmer „negative Erwartungen“: mehrere Betriebe seien geschlossen worden, während die staatliche Unterstützung nach dem WTO-Beitritt geringer geworden sei.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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