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Höhere Zinsen: russische Banken ködern deutsche Sparer

Von   /  20. September 2014  /  Keine Kommentare

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rian.- Nach Angaben der Bundesbank sind die Einlagen der Deutschen in ausländischen Banken seit 2010 um 80 Prozent auf 190 Milliarden Euro gestiegen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“. Der deutsche Markt ist für ausländische Banken vor allem deshalb interessant, weil sie hier für Einlagen weniger als in ihren Ländern zahlen müssen. Zudem ist Deutschland mit seinen mehr als 80 Millionen Einwohnern ein großer Markt. Im Juli sank der durchschnittliche Zinssatz für Jahreseinlagen auf den historischen Tiefststand von 0,5 Prozent, was niedriger als die Inflation ist (0,6 Prozent). In der Eurozone lag der Zinssatz bei durchschnittlich 1,32 Prozent. Um Kunden anzulocken, greifen die deutschen Banken zu Marketingtricks. Die Commerzbank schenkt ihren Neukunden beispielsweise 100 Euro bei der Eröffnung eines Kontos. Doch solche Lockmittel reichen offenbar nicht aus.

Vor allem niederländische Banken haben Deutschland für sich entdeckt. Innerhalb von zwei Jahren gelang es der Rabobank, via Onlinebanking Kunden mit Einlagen in Höhe von 7,6 Milliarden Euro für sich zu gewinnen. Auf den Konten der niederländischen ING Diba in Deutschland lagern fast 100 Milliarden Euro.

Laut Michael Krautzbeger vom Asset-Management-Unternehmen BlackRock nutzen auch die russischen Banken Sberbank und VTB die jetzige Situation. Die europäischen VTB-Tochterbanken begannen 2011 damit, Kleinkunden in Europa zu akquirieren– zunächst in Frankreich und danach in Deutschland. Die Kundenbetreuung erfolgt via Internet. Die VTB-Gruppe habe fast keine Filialen in Europa. Dank höherer Zinsen legten die Europäer fast zwei Milliarden Euro auf E-Konten der Bank an.

VTB verzinst in Frankreich Jahreseinlagen mit zwei Prozent, Einlagen mit einer Laufzeit von fünf Jahren mit 2,75 Prozent. Das ist deutlich höher als der Durchschnitt. Euribor offeriert 0,49 Prozent für Jahreseinlagen, Livret A ein Prozent. In Russland bietet VTB 24 Kleinkunden für ihre Einlagen ab 50.000 Euro maximal 1,95 Prozent für mehr als drei Jahre Laufzeit an. „Die Bankengruppe verzeichnet keinen Rückgang der Finanzmittel der europäischen Kleinkunden nach der Verhängung der Sanktionen gegen russische Staatsbanken. Die positive Dynamik hält weiter an“, so ein Sprecher von VTB 24.

Mit Hilfe des Start-Up-Projekts SavingGlobal können deutsche Sparer auch von Banken erreicht werden, die keine Niederlassungen und Online-Transaktionen in Deutschland haben. Über diesen Weg können Konten in anderen EU-Ländern eröffnet werden. Laut dem Generaldirektor von SavingGlobal, Tamas Georgadse, haben seit Dezember des Vorjahres 5000 Kunden aus Deutschland die Webseite genutzt, um Depositkonten in Bulgarien, Polen und Norwegen zu eröffnen.  Bis zum Jahresende sollen auch Konten in britischen Banken eröffnet werden können. Bis Sommer 2015 sollen auch Kunden außerhalb Deutschlands dieses Angebot nutzen können.

Bild: VTB

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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