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Gazprom und E.ON-Ruhrgas wollen Joint Venture für Energieeinsparung gründen

Von   /  1. November 2008  /  Keine Kommentare

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rian.- Der russische Gasmonopolist Gazprom und der deutsche Energiekonzern E.ON-Ruhrgas planen für 2009 die Gründung eines Joint Venture im Bereich Energieeinsparung und erneuerbare Energien. Das teilte Gazprom am Freitag in Moskau mit. Eine dahin gehende Absichtserklärung wurde am Vortag in München von Gazprom-Vizevorstandschef Alexander Medwedew und E.ON-Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg unterzeichnet. „Die Gewährleistung stabiler Gaslieferungen und die sparsame Energienutzung sind zwei Seiten einer Medaille“, sagte Medwedew.

Am Donnerstag hatten Gazprom und E.ON-Ruhrgas bei Veranstaltungen anlässlich des 35. Jahrestages der Aufnahme von Gaslieferungen aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland eine engere Kooperation vereinbart. Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll fortgeschrittene Technologien zur Energiesparung einführen, darunter unter Einsatz erneuerbarer Energiequellen, sowie großen europäischen Kunden Konsultationen zu Problemen des sparsamen Umgangs mit Ressourcen erteilen.

Juschno-Russkoje gehört zu den grössten Gasfeldern der Welt

Für den Ausbau der Kooperation sei der kürzlich vereinbarte Einstieg von E.ON in das Gasprojekt Juschno-Russkoje ein Eckpfeiler, der einen wichtigen Beitrag zur sicheren Versorgung Deutschlands und Europas mit Erdgas leiste, sagte E.ON-Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg. „Russisches Gas ist und bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil in unserem Bezugsportfolio.“

Der Vertrag über den Einstieg von E.ON-Ruhrgas bei Juschno-Russkoje war Anfang Oktober am Rande deutsch-russischer Regierungsgespräche in St. Petersburg unterzeichnet worden. Der Schritt bringe E.ON-Ruhrgas dem Ziel näher, künftig mindestens zehn Milliarden Kubikmeter Gas aus eigenen Produktionsbeteiligungen zu beziehen, sagte Reutersberg. Juschno-Russkoje verfüge über Reserven von mehr als 600 Milliarden Kubikmeter und zähle damit zu den größten Gasfeldern der Welt.

Deutsch-russische Zusammenarbeit seit 1973

Seit den ersten Erdgaslieferungen zwischen Gazprom und Ruhrgas im Jahr 1973 hatte E.ON-Ruhrgas nach eigenen Angaben 520 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Wert von rund 55 Milliarden Euro aus Russland bezogen und mit Gazprom auch vielfältige Projekte in Europa entwickelt. Dazu zählt die gemeinsame Beteiligung an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream.

E.ON wird 25 Prozent minus eine Aktie an der Betreibergesellschaft für Juschno-Russkoje erhalten. Im Gegenzug übernehme Gazprom den 49-prozentigen E.ON-Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Gerosgaz, das knapp drei Prozent an Gazprom hält. Damit verringerte sich der E.ON-Anteil an Gazprom von bislang knapp 6,5 Prozent auf 3,5 Prozent. Aus dem Feld Juschno-Russkoje in Westsibirien soll das Gas für die geplante Ostseepipeline von Russland nach Deutschland gepumpt werden. An dem Gasprojekt ist bereits die BASF-Tochter Wintershall beteiligt.

Finanzkrise ohne Auswirkung auf Ostsee-Pipeline

Die Weltfinanzkrise wird den Bau der Nordstream-Pipeline zwischen Russland und Westeuropa keineswegs beeinflussen, sagte der niederländische Außenminister Maxime Verhagen. „Heute gibt es keinen Grund zu vermuten, dass die Kreditkrise etwas an der Energiekooperation mit Russland ändern würde“, sagte Verhagen am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.

„Ich sehe auch keine Gründe dafür, dass die Unternehmen der Branche ihre Haltung zur Umsetzung gemeinsamer Projekte ändern“, so Verhagen weiter. Die Nordstream-Pipeline soll von Wyborg bei St. Petersburg über den Grund der Ostsee bis nach Greifswald verlaufen und im Jahr 2010 zum Teil in Betrieb genommen werden. Dann können 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich via diese Pipeline nach Europa geliefert werden.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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