Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Wirtschaft  >  Energie  >  Aktuelle Artikel

EU-Staaten haben Energieverbrauch reduziert und wollen Gasabkommen mit Russland revidieren

Von   /  6. Oktober 2010  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

rian.- Die EU-Staaten haben wegen der Wirtschaftskrise Energie gespart und wollen die Gasabkommen mit dem russischen Energiekonzern Gazprom revidieren, die für mehrere Jahrzehnte abgeschlossen wurden. Gazprom sieht der Angelegenheit gelassen entgegen, weil die Gasverträge auf der „Take or Pay“-Formel beruhen. Demnach muss der Verbraucher die vertraglich fixierten Gasmengen komplett bezahlen. Die neuen Verträge werden ebenfalls nach dieser Formel geschlossen. Der Anteil des russischen Gasriesen auf dem europäischen Markt ging von 28,4 auf 26 Prozent zurück.

Trotz dieser Probleme will Gazprom sein Geschäft in Europa ausbauen. Der russische Gaskonzern verhandelt mit Mazedonien über den Bau einer Abzweigung der geplanten South-Stream-Pipeline, durch die zusätzlich Gas in den Balkan gepumpt werden soll.

Die Probleme Gazproms auf dem europäischen Markt haben zugenommen. Laut Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew werden die Europäer dieser Jahr dieselbe Gasmenge weniger abnehmen wie 2009. Die EU-Staaten haben im vergangenen Jahr rund fünf Milliarden Kubikmeter weniger verbraucht.

Dennoch beeinflusst dies kaum den Gewinn von Gazprom. „An Europa wurden zwar 140 Milliarden Kubikmeter Gas verkauft, wir haben jedoch davon profitiert und bekamen einen virtuellen Gewinn, der dem Export von fünf Milliarden Kubikmeter Gas entspricht. Dies hänge mit den langfristigen Verträgeh zusammen, die auf der „Take or Pay“-Formel beruhen. Insgesamt habe Gazprom einen Gewinn eingestrichen, der dem Export von 145 Milliarden Kubikmeter Gas entspreche, so Medwedew.

Laut dem russischen Rohstoffexperten Nikolai Issajin ist Gazproms sinkender Anteil auf dem europäischen Gasmarkt wohl nur eine vorübergehende Erscheinung. Anfang dieses Jahres habe der Anteil Gazproms in Europa 26 Prozent ausgemacht, was niedriger als die Kennzahlen des vergangenen Jahres (28,4 Prozent) sei.

„Die Position Gazproms auf dem europäischen Markt wird sich wegen der Inbetriebnahme der North-Stream-Pipeline verstärken“, so Issajin. Entsprechende Verträge seien bereits mit Deutschland, Dänemark, Frankreich und Großbritannien unterzeichnet worden. Die Exportmenge werde sich bis 2012 vergrößern, betonte Issajin.

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

17 Personen bei Demo gegen Erhöhung des Rentenalters in Petersburg festgenommen

mehr…