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Estland sträubt sich gegen Nord Stream-Unterwasser-Pipeline

Von   /  2. November 2009  /  Keine Kommentare

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rian.- Nord Stream AG, der Projektbetreiber der nordeuropäischen Gaspipeline, hat die ablehnende Haltung des estnischen Parlaments gegen die Verlegung der Gaspipeline auf dem Boden der Ostsee zur Kenntnis genommen. Laut seiner Mitteilung sieht das Unternehmen keine wissenschaftlichen Grundlagen für die negative Einschätzung der Umweltaspekte des Projektes durch estnische Experten.

„Nord Stream bemüht sich nach wie vor um einen Dialog mit den zuständigen estnischen Behörden und den interessierten Seiten“, heißt es. Das estnische Parlament hatte am Dienstag in einer Erklärung große Besorgnis über eine womöglich negative Wirkung des Baus der Gaspipeline Nord Stream auf die Umwelt der Ostsee verwiesen und baltische Länder aufgefordert, Zustimmung zur Projektumsetzung zu verweigern.

Laut estnischen Wissenschaftlern bzw. Umweltexperten ist der Grund der Ostsee infolge der menschlichen Tätigkeit mit toxischen Abfällen verschmutzt, so dass jede Einmischung, egal ob Minenräumen oder Pipelinebau, Probleme für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen schaffen würde. Die estnischen Wissenschaftler befürchten, dass die am Meeresboden abgelagerten toxischen Substanzen infolge der Bauarbeiten an die Oberfläche steigen und die Lebewesen im Meer vergiften könnten.

Die estnischen Gewässer werden nicht von der zukünftigen Gaspipeline durchquert,  und somit hat dieses Land keine Möglichkeit, die Baupläne direkt zu beeinflussen. Es kann jedoch seine Nachbarländer beeinflussen. Indessen bekräftigt die Nord Stream AG ihr Bestreben, das Ökosystem der Ostsee zu bewahren. Laut dem Betreiber werden bei der Verlegung der Rohrleitung alle vorliegenden Informationen über die Umweltprobleme und die Verhältnisse der Ostsee sowie die Besorgnis der Behörden, der interessierten Seiten und der Öffentlichkeit, darunter in Estland, berücksichtigt.

Das Konsortium Nord Stream hat bereits mehr als 100 Millionen Euro für Umweltforschungen und umweltgerechte Planung zum Bau der Gaspipeline ausgegeben. Nord Stream AG hatte seit April 2006 an 16 Konsultationsrunden unter Beteiligung aller Ostseeanrainer, einschließlich Estlands, sowie an mindestens 20 öffentlichen Anhörungen, darunter auch in Estland, teilgenommen.

Die zukünftige Gaspipeline Nord Stream ist eine prinzipiell neue Route für den Export russischen Gases nach Europa (vor allem nach Deutschland, Großbritannien, in die Niederlande, nach Frankreich und Dänemark). Die Gasleitung mit einer Gesamtlänge von 1220 Kilometern soll vom russischen Wyborg auf dem Grund der Ostsee bis nach dem deutschen Greifswald verlaufen. Die Inbetriebnahme des ersten Stranges mit einer Jahreskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter ist für das Jahr 2011 und der Baubeginn für das erste Halbjahr 2010 angesetzt.

Die Aktionäre des Betreiberunternehmens sind Gazprom (51 Prozent), Wintershall Holding und E.ON Ruhrgas (je 20 Prozent) und das niederländische Gastransportunternehmen Gasunie (neun Prozent). Es liegt bereits die Genehmigung der dänischen Behörden für den Bau der Gaspipeline am dänischen Abschnitt der Route vor. Das Projekt soll noch mit den Behörden von Russland, Finnland, Schweden und Deutschland abgestimmt werden.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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