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Deutsche Firmen zieht es in die russische Provinz

Von   /  16. Juli 2013  /  Keine Kommentare

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rian.- Deutsche Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand, sind zurzeit in 80 der 83 russischen Regionen vertreten, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“. Nach Angaben der Russisch-Deutschen Außenhandelskammer liegt ihr Handelsumsatz bei mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr. Diese Unternehmen haben rund 120.000 Arbeitsplätze geschaffen, bringen Know-how und Geschäftskultur ins Land und schaffen Bedingungen für die betriebliche Ausbildung. Bislang ist die deutsche Wirtschaft in fünf Föderalbezirken vertreten, doch damit wollen sich die deutschen Firmen offenbar nicht begnügen.

Der Handelsumsatz zwischen dem Gebiet Kaliningrad und Deutschland liegt bei mehr als zwei Milliarden Dollar im Jahr. Dabei handelt sich vor allem um Zulieferteile für die Montage von Pkw der Marke BMW in Kaliningrad. Die deutschen Direktinvestitionen in das Gebiet Kaliningrad beliefen sich 2012 auf zehn Millionen Dollar. „In der Deutschland am nächsten gelegenen russischen Region könnte es deutlich mehr deutsche Investitionen geben“, sagte der Gouverneur der russische Ostsee-Enklave, Nikolai Zukanow. Von Kaliningrad bis Berlin sind es nur 600 Autobahn-Kilometer.

Die Kaliningrader Behörden und deutsche Wirtschaftsvertreter verhandeln zurzeit über den Aufbau einer auf den Reexport spezialisierten Industrie in der Sonderwirtschaftszone. „Ohne Zollgebühren und Mehrwertsteuer können Autoteile in die Region geliefert werden. Hier werden sie verarbeitet. Die Fertigerzeugnisse werden danach in die EU geliefert“, sagte Zukanow. Zudem laufen Gespräche über ein Projekt zur Herstellung von zahnmedizinischen Geräten und Verbrauchsmaterial. Ein deutscher Freizeitparkbetreiber feilt an einem Konzept für Kaliningrad.

Im Gebiet Omsk sind nach offiziellen Angaben 30 russisch-deutsche Unternehmen registriert. Auf den Feldern und in den Agrarbetrieben sind mehr als 600 deutsche Maschinen im Einsatz. Im vergangenen Jahr stieg der Handelsumsatz zwischen dem Gebiet Omsk und Deutschland auf mehr als 75 Millionen Dollar. Deutsche Unternehmen investierten mehr als 25 Millionen Dollar in die Region.

Am Rande der „Grünen Woche 2013“ in Berlin sprachen Vertreter des Gebietes Omsk und der Wolf Systeme GmbH über den Bau von Leichtbauwohnungen. Im Juli sollen deutsche Spezialisten ins Gebiet Omsk kommen, um den ersten Bauabschnitt des benötigten Werks zu besprechen. Auch in der Ural-Region sind deutsche Technologien gefragt. Mitte Mai begann das nahe Jekaterinburg gelegene Werk „Uralskije lokomotiwy“ mit der Produktion des Nahverkehrszugs „Lastotschka“ (Schwalbe).

Laut dem Präsidenten des russischen Verbandes der Bahntechnikhersteller, Valentin Gapanowitsch, wurde dieses Projekt mit Siemens speziell für Russland entwickelt. Dieser Zug biete einen hohen Komfort. Bei den Probefahrten empfanden die Passagiere die Außentemperatur von 25 Grad minus und Windgeschwindigkeiten von bis zu 15 Metern pro Sekunde nicht als störend, sagte der Experte.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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