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BLOG: Selbstversuch “Aufenthalt in Russland” Teil 3 – Tumult in der Warteschlange

Von   /  4. Juni 2008  /  Keine Kommentare

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mm.- DER LANGE WEG ZUR AUFENTHALTBEWILLIGUNG: Der Selbstversuch geht in die 3. Runde. Wie erwartet, konnten wir unseren Antrag auf zeitlich begrenzten Aufenthalt heute nicht abgeben. Warum ? Na wenn nur 2 Stunden geöffnet ist und wir 40 min vor diesen 2h bereits Nummer 14 auf der Liste sind, kann es knapp werden (siehe Teil 2).

Dank der Gnade der Sachbearbeiterin hat die Position Nr 14 gerade ausgereicht, um 5 min nach der offiziellen Schliessung noch in die Amtsstube eingelassen zu werden. Um den Antrag abzugeben, reichte die Zeit jedoch nicht mehr. Für eine kurzer Überprüfung, ob alles richtig ausgefüllt ist, hatte sie jedoch nochZeit.

Ein Teilerfolg, der für sich auch schon des Wartens wert ist, weil das Antragsformular mit all den Fehlern sowieso nicht angenommen worde wäre.

Schlangestehen Variante Nr. 3 Gleich nachdem wir uns mit seinen Vorder- und Hintermännern in der Schlange entsprechende arrangiert hattten, nutzten wir die Zeit dazu, die verlangten 50 Rubel in Briefmarken einzukaufen und 400 Rubel „Gosposchlina“ – Stempelgebühr bei der zuständigen „SBERBANK ROSSIYA“ (Russische Sparkasse) einzuzahlen.

Es gibt davon viele Filialen. Leider ist das Institut als Monopolist für viele Staatliche Gebühren ebenso schrecklich organisiert wie das OVIR (Polizei- und Einwohnermeldeamt). Suchen bis eine Filiale mit sehr kurzer Warteschlange gefunden ist.

Dann zurück ins Amt, in einer Stunde sind gerade 6 Personen weniger vor uns. Das bedeutet nochmal 1 Stunde warten, mit hoher Chance dann nicht angenommen zu werden, das ist hart aber fair. Die Damen verdienen nach eigenem Bekunden 8000 Rubel im Monat, und jeder, der sich Beschwert bekommt postwendend die Aufforderung, doch bitte einen der unzähligen freien Arbeitplätze zu besetzen.

Das Argument ist entwaffnend, aber ich müsste ja noch lange hier warten bis ich ggf. mal russischer Staatbürger werden würde, und gleich ein paar Jahre vom Alter abziehen um die richtigen Voraussetzungen zu haben, in dieses lustige Kollektiv einzutreten. (Altersobergrenze 35 Jahre)

Die Amtschefin – freundlich, resolut und praktisch veranlagt – also gerade nicht so, wie man gedacht hätte…

Noch lustiger als das Kollektiv war heute jedoch die benachbarte Warteschlange: Ein Tummult brach aus, als vor dem Fenster für Einladungen und Reisepässe die Schlange auf 40 Personen angewachsen war, was eigentlich niemanden störte. Der Aufstand ging erst dann los, als die Amts-Chefin eine Kollegin bat, ein zweites Fenster zum gleichen Zweck zu öffnen. In der Reihe brach mangels Liste sofort ein ein heilloses Durcheinander aus. Plötzlich ginge es „alle gegen jeden“ – „Schuld“ war natürlich die hilfsbereite Amtsleiterin.

Um die Situation nicht explodieren zu lassen, bat sie alle „Opfer“ kurzerhand vor Ihre eigene Tür. Noch einmal lud sie alle zur Arbeit im Amt ein und beschrieb mit fester Stimme ausführlich die Gehaltslage. Das beruhigte den Tumult schlagartig, und alle fügten sich wieder in ihr Schicksal.

Unmenschlich ist das Amt jedenfalls nicht – es funktioniert eben so gut es kann -„langsam“. So haben wir also gewartet und wieder etwas gelernt.
Weiter gehts dann im Teil 4.

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