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„Investbank“ mit Rekorddefizit in die Insolvenz

Von   /  14. Januar 2014  /  Keine Kommentare

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nm.- Die „Investbank“ hat einen neuen Rekord zur Bankrottsumme innerhalb russischer Unternehmen aufgestellt. Die russische Zentralbank hat eine Summe von 30,2 Milliarden Rubel (671 Mio. Euro) als Minusbestand in den Kassen festgestellt.

Nach dem Lizenzentzug durch die Zentralbank am 13. Dezember 2013 wurde eine Zwangsverwaltung für die „Investbank“ eingesetzt. Diese hat eine Bestandaufnahme aller Aktiva vorgenommen und auch eine Neubewertung und ist, wie so oft im Geschäftsleben, zu einer völlig anderen Bewertung der Aktiva gekommen, wie die Bank dies in ihren Dokumenten gegenüber der Zentralbank ausgeworfen hatte. Während die „Investbank“ selber ihre Aktiva mit 70 Mrd. Rubel (1,6 Mrd. Euro) beziffert hat, hat die Zentralbank nun eine Neubewertung dieser Aktiva mit 32,4 Mrd. Rubel (720 Mio. Euro) vorgenommen.

Die letzte Berichterstattung der „Investbank“ an die Zentralbank trägt das Datum 01. Dezember 2013. Dieser Bericht wurde durch die Zentralbank mit „erheblich unrichtig“ bewertet. In dem Bericht wurde das Kapital mit 8,56 Mrd. Rubel (190 Mio. Euro) beziffert. In der Bilanz fehlten plötzlich eine Milliarde USD und deren Verbleib ist bis heute nicht geklärt. Auch die Zentralbank hat hierfür bisher keine Erklärung.

Die Verpflichtungen der „Investbank“ gegenüber ihren Kunden belaufen sich auf die doppelte Summe der noch vorhandenen Aktiva – konkret 62,6 Mrd. Rubel (1,4 Mrd. Euro). Auch das Vorhandensein der Hälfte der Summe bedeutet nicht automatisch, dass diese Gelder im Rahmen des Bankrottverfahrens den Kreditgebern ausgezahlt werden.

Anscheinend begannen die Unregelmäßigkeiten in der „Investbank“ bereits im Jahre 2009. Hier begann die Bank aktiv um Privatkunden zu werben (hohe Zinsen). Mit den von den Privatkunden erhaltenen Geldern wurden Kredite für juristische Personen ausgereicht. Alleine im Jahre 2009 wuchsen die Spareinlagen der Privatkunden um 250 Prozent. Hatten die Privateinlagen im Jahre 2009 eine Summe von 4,8 Mrd. Rubel (107 Mio. Euro), so beliefen sich diese im Dezember 2013 auf 39,9 Mrd. Rubel (887 Mio. Euro).

Die von den Privatpersonen erhaltenen Gelder wurden in nicht abgesicherte Kredite für juristische Personen investiert und dies bereits seit 2009. Für Insider war somit die heute existierende Situation durchaus absehbar.

www.kaliningrad-domizil.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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