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Polizei stellt Sapsan-Schnellzug nach Stein-Attacke unter Videoüberwachung

Von   /  19. Januar 2010  /  Keine Kommentare

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rian.- Knapp eine Woche nach der Steinattacke auf den „Sapsan“ will die russische Polizei den Hochgeschwindigkeitszug aus Produktion der Siemens AG unter Videoüberwachung stellen. Der Zug soll auf der gesamten Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg im Echtzeitbetrieb überwacht werden, teilte Polizeisprecher Andrej Alexejew mit. Bei einem Zwischenfall würden Rettungskräfte dank der neuen Maßnahme schneller den Ereignisort erreichen. Zudem sollen entlang der knapp 800 km langen Strecke Sperren eingerichtet werden, um eine Kollision des Zugs mit Menschen oder Tieren zu verhindern.

Am 12. Januar hatte ein Mann im Raum Twer den mit 250 km/h fahrenden Sapsan-Zug mit Steinen beworfen und eine Fensterscheibe zerschlagen. Am Freitag wurde der Täter festgenommen. Der 35-Jährige begründete seine Tat mit Rache: Einige Tage davor sei er von einer Druckwelle umgekippt worden, als der Sapsan vorbei sauste.

Beim Sapsan („Wanderfalke“. Fotos) handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der russischen Staatsbahn RZD und der Siemens AG. Die RZD hatte 2006 mit Siemens einen Vertrag über die Lieferung von acht Velaro-RUS-Zügen im Wert von 276 Millionen Euro unterzeichnet. Ein Jahr später wurde ein Vertrag über die technische Wartung der Züge im Laufe von 30 Jahren im Wert von 354,1 Millionen Euro geschlossen.

Die Sapsan-Züge pendeln seit Dezember mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h zwischen Moskau und Sankt Petersburg. Mit ihrer Inbetriebnahme wird die Fahrtdauer zwischen den beiden Metropolen auf drei Stunden und 45 Minuten verkürzt. Künftig sollen die Sapsan-Züge auch auf der Strecke Moskau – Nischni Nowgorod eingesetzt werden.

Seine erste „inoffizielle“ Jungfernfahrt hatte der „Sapsan“ ende November absolviert, um den von Terroristen gesprengten „Newa-Express“ zu evakuieren. Damals kamen 26 Menschen ums Leben, fast 100 wurden verletzt. Ein Teil der Verletzten sowie die anderen Passagiere des „Newa-Express“ wurden mit dem „Sapsan“ nach St. Petersburg gebracht. Das Personal vergab kostenlos alle im Zugrestaurant vorhandenen Alkoholgetränke an die Passagiere, damit sie ihren Stress schneller loswerden.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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