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Öffentlicher Fahrradverleih in Petersburg – praktisch, aber auch ein bisschen umständlich

Von   /  12. September 2014  /  Keine Kommentare

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Von Nika Grigorian

Anfang Juli startete in St.Petersburg das städtische Fahrradverleihsystem „Velobike“. Nach dem Beispiel europäischer Projekte wurden mehr als 20 Mietstationen eingerichtet, die mit Hilfe einer Kreditkarte und einem Smartphone genutzt werden können. Unsere Redaktion hat sich entschieden, eine Probefahrt durchzuführen und alles über alle die Vor- und Nachteile der städtischen Fahrradverleih in St. Petersburg zu berichten (siehe Fotogalerie).

Wir haben uns dazu entschlossen, unsere Fahrradreise von der Metrostation „Tschkalovskaia“ zu beginnen. Um Zeit zu sparen, haben wir bereits in der U-Bahn begonnen, uns auf der Website www.velobike-spb.ru registrieren. Es ist tatsächlich sehr bequem – aber leider die Seite ist noch nicht ins Englische übersetzt! Das heisst, dass für Ausländer nicht die ganze Information zugänglich ist. Die Mobil-Version ist jedoch in beiden Sprachen verfügbar und das reicht aus, um ein Fahrrad zu mieten. Positiv ist auch die Online-Karte, die uns anzeigt, dass an dem gewählten Ausgangspunkt genügend Fahrräder stehen. Zwei Bikes sind frei!

Von der Kreditkarte abgebucht

Das Registrierungsverfahren ist ein wenig umständlich: Nachdem man seine persönlichen Daten registriert hat, wird einem angeboten, einen der Tarife zu wählen: einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein ganzes Jahr. Danach muss man die Daten seiner Kreditkarte eingeben. Dabei muss man beachten, dass die Gebühren nur in sehr grossen Raten berechnet werden können – das bemerkt man erst, wenn man die Buchungen der Kreditkarte studiert.

Wir zum Beispiel haben für den Tagesrate gewählt, und es erwies sich, dass wenn man die Tarif für den Tag (100 Rubel) wählt, von der Kreditkarte 250 Rubel abgebucht werden, von denen 150 Rubel zu seinem persönlichen Konto in “Velobike” gehen. Das macht den Service ziemlich unflexibel und relativ teuer für ein öffentliches Verkehrsmittel – vor allem, wenn man das Rad nur kurz benutzen will.

Radfahrer – ungewohnt für russische Autofahrer

Danach ist es alles einfach. Wir bekommen eine SMS mit der Identifikationsnummer und dem PIN-Cod – und ab geht die Fahrt. Achtung: Bevor man sich in den Sattel schwingt, sollte man darauf achten, dass das Fahrrad nicht kaputt ist! Falls ja, hat man 30 Minuten Zeit, um es zu umtauschen.

Nach dem „Check-in“ und der Überprüfung des Velos geht es auf die Straße. Dabei gerate ich ein wenig in Panik, denn die Petersburger Autofahrer haben sich noch nicht an den Gedanken gewohnt, dass sie mit jemandem die Straße teilen müssen. Um das Unfallrisiko klein zu halten, weicht man besser auf den Strassenrand aus und hält sich an das Recht des Stärkeren.

Ein schönes Rad in einer wunderschönen Stadt!

Sobald ich mich ein bisschen eingewöhnt habe, beginne ich, die Reise zu genießen. Erstens ist das Fahrrad sehr bequem, besonders für die Frauen. Es ist nicht sehr schnell, aber für unsere Stadt ist es in Ordnung. Zweitens befinden sich fast alle Stationen des Velobikes im historischen Teil von St. Petersburg. Und drittens sind diese Fahrräder sind wirklich sehr schön. Was will man mehr, als ein schönes Fahrrad in einer wunderschönen Stadt! Um ehrlich zu sein, zum Schluss unserer Testfahrt, wollte ich das Fahrrad nicht mehr aus den Händen geben, aber die Zeit war abgelaufen.

Problemlos lässt sich das Fahrrad bei jeder beliebigen Velobike-Station parken. Wir parken unser Rad auf der Krestowski-Insel – ein guter Ort, um zu Fuss weiter zu gehen, denn gibt hier sehr viel Grün und wenig Autos. Zum Schluss noch zwei Tipps: Achten Sie darauf, dass das Schloss bei der Rückgabe richtig einschnappt, sonst werden Sie noch für den Diebstahl des Fahrrad bezahlen.

Hier die Vor- und Nachteile des Velo-Bike-Service:

Pluspunkte:

– Schöne Bikes in einer schönen Stadt (endlich!)
– Anti-Vandalismus-Schutz
– Solargenerator auf den Stationen
– Fuß-und Handbremse

Minuspunkte:

– Als Benutzer wird man automatisch zum Werbeträger der „Bank Moskwy“
– relativ teuer
– ziemlich komplizierte Registrierung
– Leider gilt das Angebot nur für die Sommersaison – Ende Oktober ist Schluss.

Bilder: Nika Grigorian/ SPB-Herold

www.velobike-spb.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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