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Filmreif: (See-) Räubergeschichten um die „Arctic Sea“

Von   /  19. August 2009  /  Keine Kommentare

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rian.- Einen Tag nach der Befreiung der „Artic Sea“ bestätigt der Versicherer die bei ihm eingegangene Lösegeldforderung, das Militär teilt neue Einzelheiten mit und ein russischer Marine-Experte bezweifelt den Piratenüberfall.

Der für die Sicherheit zuständige Vizepräsident der Versicherungsfirma Renaissance Insurance Group, Wladimir Duschin, bestätigte am Dienstag, dass es eine Lösegeldforderung für den vor drei Wochen verschwundenen und am Montag vor den Kapverden endlich entdeckten Frachter gab.

Lösegeldforderung per Telefon

Ein Unbekannter habe am 3. August bei der Firma angerufen und über die Entführung der unter maltesischer Flagge und mit russischer Besatzung fahrenden „Arctic Sea“ informiert. Der Mann habe mit der Hinrichtung der Frachter-Besatzung gedroht und 1,5 Millionen als Lösegeld gefordert, so Duschin am Dienstag zu RIA Novosti.

„Den Erpressern wurde versprochen, ihre Forderungen in Betracht zu ziehen. Alle einschlägigen Informationen wurden an die zuständigen Behörden weitergeleitet“, hieß es. Der Untersuchungsausschuss bei der russischen Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen der Entführung.

Entführer aus Russland, Estland und Lettland

Der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow teilte am Dienstag mit, bei den Entführern handle es sich um estnische, lettische und russische Staatsbürger. Man habe sie festgenommen.

Der Frachter sei am 24. Juli in schwedischen Hoheitsgewässern gekapert worden. Man habe der Besatzung befohlen, Peilanlagen abzuschalten, so Serdjukow. Erst am 17. August wurde die „Arctic Sea“ laut der russischen Marine 300 Seemeilen vor den Kapverden wieder entdeckt.

„Arctic Sea als Beute nicht attraktiv

Der Chefredakteur der russischen Schifffahrt-Onlinezeitung „Sowfracht“, Michail Woitenko, zog auf einer RIA-Novosti-Pressekonferenz die Version eines Piratenüberfalls in Zweifel. Dieser Frachter sei als Beute nicht besonders attraktiv, das Risiko für Piraten sei dagegen zu hoch, denn das Meeresgebiet vor Schwedens Küste werde sehr scharf kontrolliert.

Am wahrscheinlichsten sei vor diesem Hintergrund ein Spezialeinsatz – das Schiff habe vermutlich eine brisante Fracht geladen, zum Beispiel Drogen oder Waffen. „Jemand gab zu verstehen: Es reicht, keine solchen Transporte mehr“, so Woitenko, ohne präzisieren zu wollen, wer hinter solch einem Einsatz stecken könnte. EU-Kommissionssprecher Martin Selmayr sagte am Dienstag in Brüssel, diese Geschichte sei so spannend, dass sie einmal wohl als Vorlage für einen Hollywood-Film dienen werde.

www.rian.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Russland findet Arctic Sea – Rätselraten geht weiter

“Arctic Sea Drama beendet

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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