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Ein Jahr Testbetrieb: „Schnelltrams“ sind ein Erfolgskonzept

Von   /  3. Oktober 2008  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Die Tramlinie 100, die im Norden der Stadt um den Prospekt Prosweschenia verkehrt, ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Sonderfall. Einerseits ist das Rollmaterial für russische Verhältnisse modern. Anstelle der verrosteten Blechkästen auf wackligen Fahrgestellen fahren hier neue Tramwagen mit komfortabler Innenausstattung. Andererseits – und das ist viel wichtiger – fahren sie auf einer neuen Trasse und zwar in einem zügigen Tempo, das man sich aus anderen europäischen Städten gewohnt ist.

Daran sind nicht jedoch nicht nur die neuen Schienen schuld, sondern auch die Tatsache, dass die Trams eine eigene bevorzugte Fahrspur mit „grüner Welle“ besitzen. Das heisst, sie haben an Kreuzungen mit Lichtsignal Vorfahrt. Ausserdem verkehrt das Tram nicht im Schema hin und zurück zwischen Anfangs- und Enstation, sondern fährt ohne Unterbruch eine Runde ab.

Tempo praktisch verdoppelt

Das einjährige Testprojekt erwies sich als Erfolg, schreibt die Lokalzeitung „Moi Rayon“. Insgesamt wurden auf dieser Linie rund 33 Millionen Personen befördert, was einem Zuwachs von 10 Prozent entspricht. Die durchschnittliche Geschwindigkeit der Trams erhöhte sich von 15 auf 30 Kilometer pro Stunde und selbst während Stosszeiten hält die Tramlinie Wartezeiten von nicht mehr als zwei bis drei Minuten ein – das ist eine kleine Sensation.

Ermutigt durch dieses Projekt haben die städtischen Verkersbetriebe begonnen, zwei weitere schnelle Linien auszubauen – an der Bucharestkaja-Strasse und am Kosygin Prospekt wird sich in den kommenden Monaten das Tempo der Trams massiv erhöhen. Diese Verbesserungen erhöhen das Prestige des Petersburger Tramverkehrs stark – hatte man doch in den vergangenen Jahren den Eindruck, das vollkommen veraltete und zerfallene Tramnetz der Stadt sei auf Dauer dem Untergang geweiht.

www.mr-spb.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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