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Пропи́ска – Propiska, Anmeldung

Von   /  4. März 2008  /  Keine Kommentare

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Пропи́ска — государственная система контроля миграции населения

Propiska – Staatliches System zur Kontrolle der Niederlassung und Migration.

Wie in Deutschland, Oestereich und der Schweiz gilt in Russland die Meldepflicht. In Russland wird die Anmeldung jedoch kontingentiert und zur Steuerung der Migration im Land verwendet.

Bürgerliche Rechte, Sozialeistungen, Wahlen, Rente, Einladung von Ausländern nach Russland, Gesundheitsversorgung und vieles mehr sind an die „PROPISKA“ gekoppelt. Die Erteilung und der Wechsel ein ist hochbürokratischer und aufwendiger Amtsakt.

– der von beiden Seiten, der Bürokratie und dem Bürger höchste Anstrengungen fordert.

Erstens vom Bürger weil er ein typisch russischen Hürdenlauf mit vielen Tagen Schlangestehen erwartet, und vom Amt, weil es angehalten ist den Bürger nicht als neuen Steuerzahler und Einnahmequelle anzusehen, sondern als zugezogenen potentiellen Sozialbetrüger, lästigen Bittsteller und überhaupt als Verdächtigen – warum muss er sich den ummelden ?

Während also eine deutschen Meldebehörde versucht die Anmeldung so schnell wie möglich durchzuführen, gewinnt der unvoreingenommene Beobachter in Russland den Eindruck, dass alles dafür getan wird, den „Neu Bürger“ nicht registrieren zu müssen.

Bedeutet das ja das auf Lange sicht auf allen Ebenen weniger Geld in der Kasse und mehr Verwaltungsaufwand, z.B. auf der untersten Ebene – also demjenigen der den Antrag Bearbeiter ansteht. Hinzukommt, dass St. Petersburg und Moskau Kontingente für den Zuzug haben, die nur durch den Erwerb einer eigenen Wohnung oder legalen Arbeit schnell umgangen werden können.

Im Resultat ändern die meisten Bürger Ihre „Propiska“ aus bequemlichkeit und Angst nie. (oder wie meine russische Frau meint „nur unter Androhung von Schlägen“)

Auch wenn Sie schon 10 Jahre in einer Anderen Stadt wohnen, können Sie techn. gesehen von der Miliz in Ihre Heimat „ausgewiesen“ werden.

Was tun ?

Eine Propiska kann am effektivsten durch einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung am Ort erreicht werden. Anmeldung bei Verwandten oder Freunden ist auch möglich, z.B. wenn in deren Wohnung von der Wohnfläche geteilt durch alle Registrierten noch mehr als 9m² für den neuen (virtuellen) Mitbewohner bleibt.

Da während der Privatisierungen von Wohnungen in den 90er die Registrierung „den Privatiersierungsanspruch“ an die Wohnung begründet hat, und wichtiger, durch eine Registrierung die Vermietung gegenüber dem Staat dokumentiert wird, also die Steuern für die Miete nicht mehr unbedenklich unterschlagen werden können, sind Vermieter bis heute nicht geneigt Ihre Mieter in der Wohnung zu registrieren.

Allenfalls für einen sehr deftigen Aufschlag auf die Miete. Um eine Registrierung durchzuführen muss der Vermieter / Wohnungsinhaber auch persönlich vorsprechen und alle Quittungen aller Komunalgebühren, ein Formular der Hausverwaltung und alle Stromrechnungen vorlegen. Nur wer alles bezahlt hat wirde überhaupt „bearbeitet“.

„PROSPISKA“ Plätze in Wohnungen z.Zt. zum Preis von 40€ pro Monate (ab 1200 Rubel) auf dem freien Markt gehandelt. Wohlgemerkt es müssen mehr als 9m² pro registriertem Bürger in der Immobilie frei sein damit der Wohnungsinhaber noch einen Mitbürger legalisieren darf.

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  • Veröffentlicht: 11 Jahren vor auf 4. März 2008
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  • Zuletzt geändert: Januar 15, 2010 @ 7:25 pm
  • Rubrik: Glossar
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